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Elektronische Gesundheitskarte

Abk.: eGK

1 Definition

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) wird seit dem 1. Oktober 2011 ausgegeben und ist der offizielle Versicherungsnachweis aller gesetzlich Versicherten in Deutschland.

2 Hintergrund

Bis zum 30.09.2011 mussten bundesweit alle Arztpraxen mit neuen Lesegeräten ausgerüstet werden. Die neuen Karten können mit den alten Geräten nicht gelesen werden.

Die Umstellung war Pflicht für alle Ärzte, die mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen - für den Gerätekauf und die Geräteinstallation wurden Pauschalen, insgesamt maximal 850 € (brutto) ausgezahlt.

3 Lesegeräte

Derzeit stehen verschiedene Lesegeräte für die eGK von verschiedenen Herstellern zur Verfügung. Alle getesteten Geräte verfügen über 200 Speicherplätze und können sowohl die neue eGK, als auch die ältere KVK lesen.

Bei den genannten Preisen handelt es sich um die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller.

4 CARD STAR /memo3 (6600)


Card star.jpg

Preis: 249 € netto / zzgl. MwSt.
Maße: 13 x 7 x 2,4 cm
Betriebsdauer: mind. 8 Std. im Dauerbetrieb
Standby: 90 Tage
Display: 5 x 5 cm, grafisch 128 x 128 Pixel, S/W
Bedienkomfort: weniger intuitiv
Druckfunktion: ja, getrennt für Ärzte und Zahnärzte

4.1 Vorteile

  • gut ablesbares, großes Grafik-Display
  • kleine Bauweise
  • übersichtliche Kartendatendarstellung
  • einzigartige Dockingfunktion mit Card Star/medic 6220-4, 6020-4 und 6020-3
  • USB und serieller Anschluss möglich.
  • Heilberufsausweis ist hinter der Batteriefachklappe geschützt und kann somit nicht verloren gehen
  • Mandantenfähig

4.2 Nachteile

  • wenn sich das Gerät bei eingesteckter Karte abschaltet, lassen sich für ca. 2 Sekunden keine Karten mehr einlesen (Abschaltung ist einstellbar)
  • Führungsrippen auf der Rückseite (benötigt für die Dockingfunktion des Gerätes) gleichzeitig für gute Griffigkeit auch bei kleinen Händen
  • die Displayfolie lässt sich leicht eindrücken, was durch die Größe des Displays stärker als bei anderen Geräten wahrgenommen wird. Gleichzeitig aber das einzige Gerät mit nachgewiesener Wischdesinfizierbarkeit (wichtig bei Hausbesuchen)

5 Zemo VML-GK2


Zemo.jpg

Preis: 229 € netto / zzgl. MwSt.
Maße: 15,5 x 6,2 x 2,5 cm
Betriebsdauer: 72 Std. im Dauerbetrieb
Standby: 360 Tage
Display: 5 x 3 cm, grafisch S/W
Bedienkomfort: intuitiv
Druckfunktion: ja

5.1 Vorteile

  • längste Batterielaufzeit im Test (häufiges Aufladen entfällt, hohe Alltagstauglichkeit)
  • übersichtliche Kartendatendarstellung
  • keine Neuentwicklung, daher erprobt, ohne Kinderkrankheiten

5.2 Nachteile

  • "altbackenes" Design
  • größer als die anderen Geräte
  • Da die Patientenkarte immer von rechts gesteckt werden muss, für Linkshänder eher schwierig zu bedienen. Besser ist wie üblich die Karte von oben zu stecken.
  • Heilberufsausweis nur gesteckt , kann evtl. leicht verloren gehen (Thema Sicherheit)
  • Entgegen einer älteren Aussage des Herstellers funktioniert das Gerät nicht mit Apple-Computer.

6 Orga 920M von Ingenico Healthcare


Gematik.jpg

Preis: 199 € netto / zzgl. MwSt.
Maße: 13,5 x 8,3 x 1,8 cm
Betriebsdauer: 9 Std. im Dauerbetrieb
Standby: keine Herstellerangabe
Display: 2 Zeilen Textdisplay
Bedienkomfort: intuitiv
Druckfunktion: ja

6.1 Vorteile

  • solides, bewährtes Gerät
  • handlich, klein

6.2 Nachteile

  • für Notfalldatenanzeige nicht geeignet
  • nur vermeintlich günstig:
    In der 2. Stufe der Gesundheitskarte muss ein neues Gerät angeschafft werden, da dieses Gerät für die Anzeige der Notfalldaten (durch das zweizeilige Display) nicht geeignet ist. Ingenico bietet auf seiner Webseite schon jetzt ein Update auf das Nachfolgegerät für 210 € an. Der Gesamtpreis beim Kauf dieses Geräts beträgt damit 409 € (199 € + 210 €) netto/ zzgl. MwSt.

7 Orga 930M von Ingenico Healthcare

Orga 930m.jpg

Preis: 235 € netto / zzgl. MwSt.
Maße: 13,5 x 8,3 x 1,8 cm
Betriebsdauer: 6-9 Std. im Dauerbetrieb
Standby: 3 Monate
Display: 5,7 x 4,3 cm grafisches Farbdisplay
Bedienkomfort: nicht getestet
Druckfunktion: ja

Das Orga 930M ist das einzige Gerät aus dem Test mit Farbdisplay. Da die Lesegeräte keine Bilder, sondern ausschließlich Buchstaben anzeigen, stellt sich die Frage nach dem praktischen Nutzen eines Farbdisplays. Der Preis für die bunten Buchstaben ist ein höherer Stromverbrauch auf Kosten der Betriebsdauer.

7.1 Vorteile

  • großes Display
  • modernes Design
  • handlich und klein

7.2 Nachteile

  • Neuentwicklung: Es besteht die Gefahr von "Kinderkrankheiten“
  • kürzeste Betriebsdauer aller Geräte im Test, was ein häufiges Nachladen erfordert. Gerade bei Hausbesuchen ist das nicht ideal
  • unübersichtliche, etwas gewöhnungsbedürftige Darstellung der Patientendaten (siehe Abbildung)
Das Zemo VML GK-2 verbraucht wohl Strom im ausgeschalteten Zustand. Nach nur 4 Monaten sind die Batterien immer leer . Woher kommt das ? Sehr ärgerlich !
#1 am 06.03.2016 von Dr. med. Carl Scherer (Arzt)

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