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Distale Humerusfraktur

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Unter einer distalen Humerusfraktur versteht man einen Knochenbruch im Bereich des distalen Humerus.

2 Klassifikation

Die AO-Klassifikation unterscheidet zwischen extraartikulären Frakturen, partiellen und vollständigen Gelenkfrakturen.

2.1 Extraartikuläre Frakturen

Man unterteilt die extraartikulären Frakturen, die auch als suprakondyläre Frakturen bezeichnet werden, in:

2.2 Partielle Gelenkfraktur

Zu den partiellen Gelenkfrakturen gehören Frakturen des Capitulum humeri, des Condylus ulnaris und des Condylus radialis. Man unterscheidet:

2.3 Vollständige Gelenkfraktur

Man unterteilt:

  • 13-C1: artikulär einfache, metaphysär einfache Fraktur
  • 13-C2: artikulär einfache, metaphysär mehrfragmentäre Fraktur
  • 13-C3: mehrfragmentäre Fraktur

3 Ätiopathogenese

Extraartikuläre Frakturen und partielle Gelenkfrakturen werden durch direkte oder indirekte Krafteinwirkung hervorgerufen. Die extraartikulären Frakturen werden je nach Unfallmechanismus in die häufigeren Extensionsfrakturen und die selteneren Flexionsfrakturen eingeteilt. Sie treten vor allem bei Kindern auf.

Ursache der vollständigen Gelenkfraktur ist eine direkte Krafteinwirkung.

4 Klinik

Die betroffenen Patienten geben starke Schmerzen an. Eine Bewegung ist häufig kaum noch möglich. Hinzu kommen in der Regel eine Schwellung, eine Fehlstellung und eine tastbare Krepitation.

4.1 Begleitverletzungen

Die Arteria brachialis kann durch Extensionfrakturen geschädigt werden. Durch eine Läsion der Gefäße und Nerven auf der Beugeseite kann sich eine Volkmann-Kontraktur entwickeln.

Eine Schädigung des Nervus radialis oder des Nervus ulnaris wird eher selten beobachtet.

5 Diagnostik

Im Rahmen der klinischen Untersuchung sollten Durchblutung, Motorik und Sensibilität überprüft werden.

Die Diagnose wird anhand von Röntgenbildern gesichert.

6 Therapie

6.1 Erwachsener

In Einzelfällen besteht die Möglichkeit der konservativen Behandlung, wenn die Frakturfragmente nicht disloziert sind und keine Instabilität vorliegt. Im Rahmen der konservativen Behandlung erfolgt die Anlage eines Oberarmgipses für drei bis sechs Wochen.

In der Regel wird die distale Humerusfraktur jedoch operativ mittels Plattenosteosynthese oder Schraubenosteosynthese versorgt.

6.2 Kind

Bei gering dislozierten extraartikulären Frakturen und nichtdislozierten intraartikulären Frakturen besteht die Möglichkeit einer konservativen Behandlung durch Ruhigstellung in einer Armschlinge. Bei der konservativen Behandlung der Fraktur des Condylus radialis sind regelmäßige Röntgenkontrollen aufgrund der hohen Dislokationstendenz obligat.

Alle anderen Frakturen werden osteosynthetisch mit Kirschner-Drähten oder Schrauben versorgt.

7 Prognose

Die Prognose bei Kindern ist gut, wenn die Wachstumsfuge nicht geschädigt wurde und Reposition und Osteosynthese gelingen.

Bei Erwachsenen werden häufig bleibende Bewegungseinschränkungen und periartikuläre Ossifikationen beobachtet.

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Fachgebiete: Chirurgie

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Nadine Feyer schreibt seit dem 11.06.2011 im Flexikon, hat bereits 71 neue Artikel publiziert und 56 Artikeldetails verbessert.

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