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Corynebacterium diphtheriae

Synonym: Bacterium diphtheriae

1 Definition

Corynebacterium diphtheriae ist das Bakterium, das die Erkrankung Diphtherie auslöst.

2 Eigenschaften

Corynebacterium diphtheriae sind grampositive Stäbchenbakterien die zu den Korynebakterien gehören. Charakteristisch sind die Endverdichtungen des Bakteriums, welche in der Neisser-Färbung als Polkörperchen dargestellt werden können. Die Polkörperchen bestehen aus Metaphosphaten und Calcium. Unter dem Mikroskop erinnern die Bakterien an chinesische Schriftzeichen, da sie sich in charakteristischer Weise aneinander lagern.

Das Bakterium wächst fakultativ anaerob und ist kälteresistent. Weder Harnstoff noch Cystin können abgebaut werden.

3 Nachweis

Der schnelle Nachweis erfolgt über Betrachtung im Mikroskop, wobei vor allem auf die charakteristischen Polkörperchen geachtet wird. Diese sind vor allem im Löfflerserum ausgeprägt sichtbar. In der Neisser-Färbung erscheinen die Polkörper schwarzblau, die restliche Zelle hellgelb - dadurch erinnern die Bakterien an Streichhölzer. Die Anzüchtung des Bakteriums ist auf blut- oder serumhaltigen Nährmedien möglich. Sinnvoll ist die Verwendung eines Selektivmediums, damit die Begleitflora unterdrückt wird.

Auf tellurithaltigen Nährböden erscheint Corynebacterium diphtheriae schwarz, da Tellurit zu metallischem Tellur reduziert wird. Auf Clauber-Nährmedium wächst das Bakterium in schwarzblauen Kolonien mit blauem Hof; hierbei wird eine Verschiebung des pH-Wert in den sauren Bereich mit dem Indikator „Wasserblau“ angezeigt.

Der genaue Nachweis kann mittels einer Bunten Reihe erfolgen.

Das Diphtherie-Toxin kann durch Immundiffusionstest nach Ouchterlony und Elek nachgewiesen werden: Das Bakterium wird strichförmig auf ein Medium aufgebracht. Wird ein Toxin gebildet, diffundiert dieses ins Nährmedium. Senkrecht zur Bakterienkultur liegt ein Filterpapierstreifen, der mit Antitoxin beschichtet ist. An dem Punkt, an dem Toxin und Antitoxin aufeinandertreffen, wird eine feine Linie sichtbar (Präzipitation).

4 Pathogenität

Nur wenn ein Diphtherie-Toxin vom Bakterium gebildet wird, ist es in der Lage, die Diphtherie auszulösen. Das Diphterietoxin ist ein Exotoxin, welches nur gebildet wird, wenn das Bakterium durch einen Phagen infiziert ist (Lysogenie).

Das Diphtherietoxin besteht aus zwei Untereinheiten, A und B. Das B-Fragment des Toxins bindet an die Zielzelle, so dass die A-Untereinheit in die Zelle eindringen kann. Dann blockiert das A-Fragment die Proteinsynthese der Zelle.

Der Erreger wird durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. 3-5 Tage nach Infektion entsteht eine Lokalinfektion an der Eintrittstelle des Bakteriums, woraus sich dann das klinische Bild der Diphtherie entwickelt. Als Komplikation kann es zu einer systemischen Infektion oder zu Spätfolgen kommen.

5 Therapie und Prophylaxe

Schon bei Verdacht auf Erkrankung muss mit Antitoxin behandelt werden. Hierbei muss mit anaphylaktischen Reaktionen gerechnet werden. Gleichzeitig sollte eine Therapie mit Antibiotika begonnen werden. Eingesetzt werden beispielsweise Penicillin oder Erythromycin.

Eine Impfung gegen Diphtherie ist in Form einer aktiven Immunisierung mit einem Totimpfstoff möglich. Die Impfstoffe für Kinder und Erwachsene unterscheiden sich. Der Erwachsenenimpfstoff sollte keinesfalls für Kinder unter 6 Jahren eingesetzt werden, da hierbei die Gefahr von Komplikationen besteht. Aufgrund der im Impfstoff enthaltenen Konservierungsstoffe kann es gelegentlich zu allergischen Reaktionen kommen.

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