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Cannabinoid-Rezeptor

Synonym: Cannabis-Rezeptor
Englisch: cannabinoid receptor

1 Definition

Cannabinoid-Rezeptoren sind Bindungsstellen für Cannabinoide auf Nervenzellen des ZNS und anderen Zelltypen. Sie sind Teil des endogenen Cannabinoid-System (ECS).

2 Geschichte

Die Isolierung und Strukturaufklärung des Hauptwirkstoffs von Cannabis sativa, des delta9-Tetrahydrocannabinols (THC), Mitte der 1960er Jahre markierte einen Meilenstein im Verständnis der Wirkung von Cannabis-Produkten. Danach dauerte es noch weitere Jahre, bis das endogenes Cannabinoid-System|endogene Cannabinoid-System (ECS) charakterisiert war. 1988 wurden erstmals eindeutige Beweise für die Existenz von spezifischen Bindestellen für Cannabinoide im Gehirn von Ratten erbracht.

3 Einteilung

Man unterscheidet zwei Formen von membranständigen Cannabinoid-Rezeptoren:

  • Cannabinoid-Rezeptor 1 (CB1)
  • Cannabinoid-Rezeptor 2 (CB2)

Die beiden Cannabinoid-Rezeptoren sind über inhibitorische G-Proteine an Adenylatcyclase gekoppelt und verhindern so die Umwandlung von Adenosinmonophosphat (AMP) in zyklisches AMP (cAMP). CB1- und CB2-Rezeptoren sind zu 44% identisch (in den Transmembrandomänen zu 68%).

3.1 Cannabinoid-Rezeptor 1

CB1-Rezeptoren wurden erstmals 1990 geklont. Sie weisen sieben Transmembrandomänen auf, bestehen aus 472 Aminosäuren und kommen hauptsächlich im zentralen Nervensystem (ZNS) vor, vorwiegend auf Interneuronen in Regionen, die für Motorik, Schmerzempfinden und Lernen zuständig sind. Eine weiter Funktion ist die Regulierung der Neurotransmitter-Freisetzung durch die negative Beeinflussung von spannungsgesteuerten Ca2+-Kanälen des N , P/Q- und L-Typs und die positive Beeinflussung von A-Typ und einwärts gerichteten K+-Kanälen. Es wird auch eine Freisetzung von Arachidonsäure bewirkt.

3.2 Cannabinoid-Rezeptor 2

CB2-Rezeptoren wurden 1993 geklont, weisen ebenfalls sieben Transmembrandomänen auf und bestehen aus 360 Aminosäuren. Sie sind im Immunsystem in Mastzellen, B- und T-Lymphozyten lokalisiert. Ihre Funktion ist noch nicht eindeutig geklärt, aber sie scheinen die Cytokin-Freisetzung zu beeinflussen.

Es gibt inzwischen auch Hinweise, daß noch ein oder mehrere zusätzliche Cannabinoid-Rezeptoren existieren, allerdings stehen Beweise auf molekularer Ebene bisher noch aus.

Fachgebiete: Pharmakologie

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