CHO-Zelle
Englisch: chinese hamster ovary-cell
1 Definition [bearbeiten]
Als CHO-Zellen wird eine aus Ovarien der chinesischen Hamsterart Cricetulus griseus isolierte Zelllinie bezeichnet. Sie findet vielseitige Anwendung im Bereich der Molekulargenetik, Biotechnologie, sowie der Molekularbiologie.
2 Geschichte [bearbeiten]
Im Rahmen von molekularbiologischen Forschungsreihen entdeckte der Biowissenschaftler Theodore T. Puck im Jahr 1957 die besagte CHO-Zelle in den Eierstöcken von Hamstern. Er nahm daraufhin als Erster diese biotechnisch nutzbare Zelllinie in Kultur.
3 Anwendung [bearbeiten]
Die immortalisierte CHO-Zellininie wird in der Biotechnologie (und in der Zytologie) insbesondere zur Produktion von rekombinanten Proteinen verwendet. Dabei macht man sich den genetischen Polymorphismus der CHO-Zellen zu Nutze, d. h. es existieren eine Vielzahl verschiedener genetischer Varianten. Mittlerweile besitzt die CHO-Zelllinie die mit Abstand größte Bedeutung in der industriellen Produktion rekombinanter Proteine bzw. biotechnologisch hergestellter Wirkstoffe. Über 75 % der synthetisierten therapeutischen Antikörper und weiterer durch rekombinante Proteine hergestellte Wirkstoffe entstammen den CHO-Zellen. Damit stellen die CHO-Zellen eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen für die rekombinante Gewinnung von Arzneimitteln dar.
Fachgebiete: Gentechnik
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