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Brom

Abkürzung: Br
von griechisch: bromos - gestank
Englisch: Bromine

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Brom ist chemisch gesehen ein Mitglied der 7. Hauptgruppe, der sog. Halogene. Es trägt die Ordnungszahl 35 und ist neben Quecksilber (Hg) das einzige Element, das unter Normalbedingungen einen flüssigen Aggregatzustand besitzt. Brom kommt elementar in der Natur so gut wie nicht vor und tritt daher immer in Verbindungen auf.

2 Chemische Eigenschaften [bearbeiten]

Elementares Brom kommt nicht atomar vor, sondern als Moleküle aus zwei Brom-Atomen: Br2.

Weitere Eigenschaften sind:

3 Typische Reaktionen und Aufbewahrung [bearbeiten]

Brom reagiert mit Wasser zu hypobromiger Säure und anschließend weiter zu Bromwasserstoff (HBr). Diese Reaktion wird durch photonische Energie beschleunigt, weshalb Brom in braunen, lichtundurchlässigen Flaschen aufbewahrt wird, um die Zersetzung zu HBr zu verhindern. Des Weiteren reagiert Brom mit elementarem Wasserstoff bei hohen Temperaturen direkt zu HBr. Durch die hohe Elektronegativität ist Brom in elementarer Form sehr reaktiv, sodass nur Tantal und Platin sich der Reaktion mit Brom entziehen können. Mit Metallen reagiert Brom unter Bildung des jeweiligen Bromids.

4 Natürliches Vorkommen und Synthese [bearbeiten]

In der Natur kommt Brom in Form von Bromidsalzen vor, beispielsweise Magnesiumbromid. Diese trifft man in geringen Mengen in Salzlagerstätten als Feststoff an und häufiger in gelöster Form im Meerwasser. Industriell wird Brom durch Oxidation von bromidhaltigen Lösungen mit Chlorwasser hergestellt. Hierbei dienen Sole als Quelle für die industrielle Produktion.

5 Nachweis [bearbeiten]

Ein möglicher Bromnachweis ist eine Lösung aus bromidhaltigen Salzen und ein organisches Lösungsmittel wie z.B. Tetrachlorkohlenstoff zu vermischen und in dieses Gemisch einige Tropfen Chlorwasser hinzuzufügen. Dabei oxidiert das elementare Chlor das Bromid zu elementarem Brom, welches sich gut in Tetrachlorkohlenstoff löst. Da elementares Brom eine rotbraune Färbung besitzt, wird die davor farblose Lösung schlagartig rot - braun gefärbt. Dies ist ein positiver Nachweis auf Brom, welcher heute immer noch bei Schnelltests im Laboralltag Anwendung findet

6 Wirkung und medizinische Bedeutung [bearbeiten]

Brom wird als sehr giftig beim Einatmen eingestuft. Es ist stark ätzend auf Haut und Schleimhäute und die Reaktionen mit Brom sind oftmals sehr exotherm, sodass eine große Hitzeentwicklung beobachtet wird. Darüber hinaus können Bromdämpfe zu Lungenödemen führen. Lungenentzündungen sind bei Kontakt mit Brom auch keine Seltenheit. Brom in flüssiger Form darf nicht in den Ausguss gekippt werden, da es auch auf Wasserorganismen tödlich wirkt. Wegen der hohen Inhalationstoxizität und der starken Ätzwirkung dürfen Arbeiten mit Brom nur unter einem Abzug mit entsprechender Schutzkleidung durchgeführt werden.

Bei Kontamination kann mit einer 3 %ige Natriumthiosulfatlösung (Na2s2O3) das Brom sehr effektiv gebunden werden. Dabei entstehen Natriumbromid (NaBr) und Schwefelsäure (H2SO4). In der Medizin werden bromhaltige Verbindungen immer noch als Desinfektionsmittel verwendet.

Als wirksamer Bestandteil von Beruhigungs-, Schlaf- oder Epilepsiemedikamenten wird Brom aufgrund der Toxizität nicht mehr eingesetzt.

Fachgebiete: Biochemie, Biologie, Chemie

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Gunnar Römer schreibt seit dem 19.11.2011 im Flexikon, hat bereits 757 neue Artikel publiziert und 107 Artikeldetails verbessert.

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