Das Medizinlexikon zum Medmachen
Mach Med! Teile Dein Wissen und werde Flexinator
Mach Med!
Teile Dein Wissen und
werde Flexinator
Jetzt starten

Povidon-Iod

(Weitergeleitet von Betaisodona®)

Handelsnamen: Betaisodona®, Betadona®, Betadine®, Repithel®, Traumasept® u.v.a.
Synonyme: Polyvinylpyrrolidon-Iod (PVP-Iod), Poly(1-(2-oxo-1-pyrrolidinyl) ethylen)iod-Komplex
Englisch: povidone

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Povidon-Iod ist ein als Antiseptikum verwendetes Desinfektionsmittel, dessen Basis ein Komplex aus Iod und Polyvinylpyrrolidon (PVP, Povidon) darstellt. Es wird sehr häufig bei der Versorgung von Wunden in Chirurgie und Allgemeinmedizin angewendet.

2 Chemie [bearbeiten]

Der Substanzkomplex mit der chemischen Bezeichnung Poly(1-(2-oxo-1-pyrrolidinyl) ethylen)iod-Komplex besitzt folgende Summenformel:

  • (C6H9NO)2n+m•(HI3)n

Im Grundzustand liegt Povidon-Iod bei Zimmertemperatur als rot-brauner, charakteristisch riechender, pulverartiger Feststoff vor. Innerhalb des Povidon-Anteils fungiert Wasserstofftriiodid (H+I3−) fungiert als Ionenpaar. Das eigentliche Iod bzw. Iodid ist über zwei relativ kurze Bindungen an die Pyrrolidonringe gebunden. Genauer Bindungspunkt des Iodids an den Ringen ist hier jeweils eine Carbonylgruppe. Eine weitere feste Bindung im Povidon-Iod-Molekül existiert zwischen dem Kation der Pyrrolidonringe und dem Triiodidanion. Über die gesamte Kette, welche die Pyrrolidonringe darstellt, verteilt sich ein positives Ladungsmuster. Der Schmelzpunkt des Molekülkomplexes liegt bei rund 300 °C.

3 Medizinische Verwendung [bearbeiten]

Povidon-Iod kann als sehr breit wirksames Antiseptikum angesehen werden. Es ist geeignet als:

Als topisch wirkende, desinfizierende Substanz wird Povidon-Iod sehr häufig in einer 10 %ig verdünnten, wässrigen Lösung angewendet. Seinen charakteristischen Geruch behält der Wirkstoff auch in dieser Verdünnung, ebenso seine rötliche Farbe. Eine funktionelle Ähnlichkeit besteht zu der im Bereich der Wundversorgung sehr bekannten Iodtinktur. Während Povidon-Iod und Iodtinktur in der Wirksamkeit durchaus vergleichbar sind, zeichnet sich Ersteres durch eine signifikant bessere Verträglichkeit – insbesondere in empfindlichen Körperregionen wie Schleimhäuten und Genitalbereich – aus. Brennende Schmerzen verursacht Povidon-Iod i. d. R. keine. Povidon-Iod wird bei sämtlichen Wunden, die zu einer Infektion neigen, angewendet.

Im Gegensatz zu einigen vergleichbaren Arzneistoffen (wie. z. B. Polyhexanidlösung) weist Povidon-Iod praktisch keinerlei Wirkungslücken auf.

4 Nebenwirkungen [bearbeiten]

Fachgebiete: Arzneimittel

Um diesen Artikel zu kommentieren, melden Sie sich bitte an.

Letzte Autoren des Artikels:

userImage

Gunnar Römer

Student der Humanmedizin

0 Wertungen (0 ø)
Teilen

986 Aufrufe

userImage

Kurt Wanka schreibt seit dem 17.08.2012 im Flexikon, hat bereits 125 neue Artikel publiziert und 323 Artikeldetails verbessert.

Autor werden

Das Flexikon enthält bereits 38.025 Artikel - jetzt mitmachen & weitersagen!