Basalganglien
Synonym: Nuclei basales, Stammganglien
Englisch: basal ganglia
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1 Definition [bearbeiten]
Bei den Basalganglien handelt es sich um eine Gruppe von Endhirn- und Zwischenhirnkernen (Gebiete aus grauer Substanz), die subkortikal, d.h. unter der Großhirnrinde, in der weißen Substanz des Telencephalons lokalisiert sind. Aufgrund ihrer Funktion bei der Ausgestaltung von Bewegungsabläufen gehören sie in erster Linie zum extrapyramidalmotorischen System (EPMS). Sie erfüllen jedoch neben motorischen auch kognitive und limbische Funktionen.
2 Einteilung [bearbeiten]
Zu den Basalganglien gehören:
- Nucleus caudatus (Schweifkern)
- Nucleus lentiformis
- Putamen
- Globus pallidus (Pallidum)
- Nucleus accumbens
- Claustrum und Corpus amygdaloideum
- Nucleus subthalamicus
2.1 Zuordnungen [bearbeiten]
- Nucleus caudatus und Putamen werden zusammen auch als Striatum bezeichnet.
- Putamen und Globus pallidus heißen gemeinsam auch Nucleus lentiformis.
- Striatum und Nucleus lentiformis zusammen werden Corpus striatum genannt.
- Corpus striatum mit Claustrum und Corpus amygdaloideum ergeben die Basalganglien (Nuclei basales).
3 Hintergrund [bearbeiten]
Der Globus pallidus, der Nucleus subthalamicus und die Zona reticularis der Substantia nigra gehören entwicklungsgeschichtlich zum Diencephalon. Wegen ihrer funktionellen Zugehörigkeit werden sie, ebenso wie die Substantia nigra, zu den Basalganglien gezählt. Die Zona compacta der Substantia nigra gehört entwicklungsgeschichtlich zum Mesencephalon.
4 Klinik [bearbeiten]
Schädigungen der Basalganglien führen zu Dystonie und Hyperkinese. Zu neurologischen Auffälligkeiten, die mit Funktionsstörungen der Basalganglien einhergehen gehören:
- Parkinson-Syndrome (ab 50% Verlust der substancia nigra)
- Parkinson-Krankheit, Multisystematrophie (MSA), Hallervorden-Spatz-Syndrom (HSS)
- Dystonie-Syndrome
- Choreatische Syndrome
- PANS (Pediatric Acute-onset Neuropsychiatric Syndrome) bzw. PANDAS (Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcal Infections)
- ADHS
- Tic-Störungen
5 Funktion [bearbeiten]
Die genaue Funktion der Basalganglien ist zur Zeit (2013) nur rudimentär geklärt. Man geht davon aus, dass die Basalganglien an der Filterung und Prozessierung von motorischen und komplex-integrativen Handlungsmustern beteiligt sind. Die Basalganglien sind dabei in einen der Handlungsexekution dienenden Regelkreis eingebunden, der vom Cortex ausgeht und über die Basalganglien und den Thalamus wieder zum Cortex (Frontallappen) zurückläuft.
Tags: Gehirn
Fachgebiete: Zentralnervensystem
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