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Augenlinse

Synonyme: Lens oculi, Lens crystallina, Linse
Englisch: lens

1 Definition

Die Linse des menschlichen Auges ist ein kristallklarer, beidseitig stark konvex geformter Körper, der sich im Bulbus oculi befindet. Seine Funktion ist die Brechung des auf das Auge treffenden Lichts, um auf der Netzhaut ein scharfes Bild zu projizieren, welches dort in elektrische Signale verwandelt wird. Die Linse des menschlichen Auges ist somit eine Sammellinse, da sie das Licht gebündelt auf die Netzhaut überträgt.

2 Anatomie

Die Linse befindet sich posterior zur Iris und anterior zum Corpus vitreum (Glaskörper). Sie ist in der Mitte des kreisförmigen Corpus ciliare (Ziliarkörper) mithilfe der Fibrae zonulares (Zonulafaser) aufgehängt.

Beim Neugeborenen hat die Linse einen Durchmesser von ungefähr 6,5 mm und eine Dicke von 3,5 mm. Beim Erwachsenen beträgt der Durchmesser ca. 9,0 mm und die Dicke ca. 5,0 mm.

An der Augenlinse lassen sich histologisch von außen nach innen mehrere Schichten unterscheiden:

Die vordere Linsenrinde enthält die Linsenepithelzellen.

3 Embryologie

Die Linse des menschlichen Auges ist ektodermalen Ursprungs. Bei der Trennung des Linsenbläschens vom Ektoderm werden die apikalen Zellpole der Zellen nach innen gestülpt, so dass die ursprüngliche Basalmembran des Ektoderms zur äußeren Begrenzung der Linse (Linsenkapsel) wird. Die Zellen unter dem vorderen Kapselanteil verbleiben als einschichtige zylindrische Zellen und bilden die Linsenepithelzellen, die sich teilen und dabei in horizontale Richtung bewegen.

4 Physiologie

Die gesunde Linse kann sich als einzige Komponente des dioptrischen Apparats in ihrer Brechkraft dem eintreffenden Licht anpassen. Sie ist durch die sogenannten Zonulafasern an den Seitenwänden des Bulbus oculi befestigt. Durch die Kontraktion des Musculus ciliaris erschlaffen die Zonulafasern und die Linse krümmt sich aufgrund ihrer Eigenelastizität. Das Licht wird somit stärker gebrochen. Dieser Vorgang geschieht beim Nahsehen. Da in der Nähe befindliche Körper Licht in einem anderen Winkel als weit entfernte Körper auf das Auge werfen, muss das Licht stärker gebrochen werden um auf der Netzhaut ein scharfes Bild darzustellen. Bei der Fernakkomodation funktioniert dieser Mechanismus umgekehrt. Dann erschlafft der Musculus ciliaris und die Zonulafasern flachen durch ihren Zug die Linse ab.

Die normale Akkomodationskraft beträgt etwa 19 dpt. Dieser Wert kann im Alter erheblich sinken, wodurch eine Weitsichtigkeit bzw. Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) auftritt. Die Ursache hierfür ist eine nachlassende Elastizität der Linse und dadruch eine geringere Akkomodationskraft.

Die normale Linse eines Erwachsenen enthält ca. 65% Wasser - also deutlich weniger als die umgebenden Medien. Dadurch hat die Linse einen refraktiven Index, der sich von Kammerwasser und Glaskörper unterscheidet. Zwischen dem Inneren der Linse und dem Kammerwasser besteht ein Ionen-Konzentrationsgefälle. Es wird durch eine aktive Kaliumpumpe, die sich vor allem in der Membran der Linsenepithelzellen befindet, aufrechterhalten.

Fachgebiete: Augenheilkunde, Sehorgan

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