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Arteriitis temporalis

Synonyme: Arteriitis temporalis Horton, Horton'sche Riesenzellarteriitis, Horton-Arteriitis, Morbus Horton, Horton-Magath-Brown-Syndrom
Englisch: temporal arteritis, giant-cell arteritis, Horton's disease

1 Definition

Die Riesenzellarteriitis ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einer Vaskulitis einhergeht. Meist ist die Arteria temporalis betroffen.

Es besteht ein enger Zusammenhang mit der Polymyalgia rheumatica. Beide Erkrankungen gehören zum Komplex der Riesenzellarteriitis.

2 Einteilung

Einige Autoren setzen die "Riesenzellarteriitis" mit der "Arteriitis temporalis" gleich. Die genaue Abgrenzung ist zur Zeit (2016) unklar. Beide Krankheitsbilder scheinen pathogenetisch eng miteinander verwandt zu sein. Vermutet wird, dass es sich nur um unterschiedliche Stadien desselben Kranheitsbilds handelt.

3 Klinik

Die Arteriitis temporalis äußert sich häufig durch pochende Kopfschmerzen in der Schläfengegend und gelegentlich auch Schmerzen beim Kauen (Schmerzen im Musculus masseter). In einem Drittel der Fälle sind die Gefäße des Auges beteiligt. Es kommt zu Sehstörungen (Amaurosis fugax). Unbehandelt kann eine Erblindung eintreten.

Bei der Untersuchung des Kopfes kann die Arteria temporalis druckschmerzhaft, verhärtet oder auch pulslos sein.

Zusätzlich können Allgemeinsymptome wie allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Leistungsknick, Nachtschweiß und Gewichtsverlust auftreten.

4 Diagnostik

Neben den klinischen Zeichen bestehen laborchemisch eine stark erhöhte BSG und ein erhöhtes CRP. Eine Leukozytose liegt nicht zwingenderweise vor.

In der Doppler-Sonographie zeigt die Arteria temporalis in der Regel Kalibersprünge und ein echoarmes Halo.

Die diagnostischen Kriterien des American College of Rheumatology umfassen fünf Punkte:

  • Alter über 50 Jahre
  • Neu auftretende Kopfschmerzen
  • Auffälligkeiten der Arteria temporalis
  • Stark erhöhte BSG
  • Histologische Veränderungen im Sinne einer Riesenzellarteriitis im Biopsat der Arteria temporalis

Eine Biopsie der Arteria temporalis ist kontraindiziert bei einer hochgradigen Karotisstenose (Umgehungskreisläufe).

Statistisch hat sich gezeigt, dass innerhalb eines Jahres nach Diagnosestellung vermehrt maligne Tumoren auftreten. Eine sorgfältige Tumorvorsorge ist deshalb zu erwägen.

5 Therapie

siehe: Riesenzellarteriitis

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