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Amalgam-Allergie

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1 Definition

Die sogenannte Amalgam-Allergie ist ein seltenes und häufig im Sinne einer Modediagnose falsch diagnostiziertes Krankheitsbild, das als allergische Reaktion auf im Amalgam enthaltene Metallbestandteile (im Wesentlichen Quecksilber) definiert ist.

2 Epidemiologie

Die Prävalenz einer Amalgam-Allergie wird in der Bevölkerung auf unter 0,01% geschätzt. Aufgrund der Schwierigkeit, das Krankheitsbild eindeutig abzugrenzen, sind alle Zahlenangaben mit einem erheblichen Unsicherheitsfaktor belegt.

3 Pathophyisologie

Quecksilber selbst kann als niedermolekularer Stoff keine Allergien auslösen. Wie andere Metallionen kann es jedoch als Hapten an Proteine binden, die dann eine Immunreaktion in Gang setzen. Die genauen Mechanismen der Amalgam-Allergie sind zur Zeit (2013) unklar.

4 Symptome

Die Symptome eine Amalgam-Allergie sind unspezifisch und können auch durch andere Krankheitsursachen ausgelöst werden. Dazu zählen:

Möglicherweise steht der Lichen planus mucosae mit der Verwendung von Amalgam als Füllungsmaterial in Verbindung.

5 Diagnose

Die Diagnose kann per Epikutantest durch einen erfahrenen Allergologen gestellt werden. Der Test wird mit standardisiertem Quecksilber(ll)-amidchlorid in Vaseline (1%) und Amalgam in Vaseline (5%) durchgeführt. Die Expositionsdauer soll mindestens 24, besser 48 Stunden betragen. Die Ablesung erfolgt frühestens nach 72 h. Der Lymphozytentransformationstest (LTT) zum Nachweis einer Amalgam-Allergie ist umstritten.

6 Differentialdiagnose

7 Therapie

Wenn keine Symptome bestehen, können Amalgamfüllungen belassen werden. Bei bestehender klinischer Symptomatik und im Epikutantest nachgewiesener Allergie können Amalgamfüllungen durch Kunststoff-, Keramik- oder Goldgussfüllungen ersetzt werden. Der Kontakt mit quecksilberhaltigen Materialien sollte vermieden werden.

Von Seiten der Alternativmedizin wird häufig eine so genannte "Amalgamausleitung" mit Chelatbildnern empfohlen. Für diese Methode liegen jedoch keine kontrollierten klinischen Studien vor. Die Methode und ihre Wirkrationale sind umstritten.

8 Bemerkung

Bei einer nachweisbaren Amalgamallergie mit eindeutiger klinischer Symptomatik werden die Kosten für den Austausch der Amalgamfüllungen ggf. von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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