Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Pica-Syndrom

(Weitergeleitet von Allotriophagie)

von lateinisch: pica - Elster
Synonyme: hochselektives Essverhalten, Pica, Allotriophagie, Pikazismus
Englisch: Pica syndrome, Pica disorder

1 Definition

Unter dem Pica-Syndrom versteht man eine seltene Essstörung, bei der ungenießbare Substanzen oder Gegenstände (z.B. Steine, Kalk, Abfälle, Kot, Staub) verzehrt werden. Die Störung tritt meist bei Kindern mit geistigen Behinderungen, aber auch bei extrem vernachlässigten Kindern auf.

Das Synonym Pikazismus bezeichnete ursprünglich die außergewöhnlichen Essgelüste schwangerer Frauen.

2 Abgrenzung

Es handelt sich im Vergleich zu anderen Essstörungen wie Bulimie oder Anorexie nicht um eine quantitative sondern um eine qualitative Essstörung.

3 Ursachen

Die betroffenen Kinder stammen meist aus Familien mit multiplen Belastungsfaktoren (Streitigkeiten der Eltern, Alkoholismus, Missbrauch, Kriminalität). Nach psychoanalytischem Modell wird eine Störung der oralen Phase diskutiert. Nach ernährungstheoretischem Modell erfolgt der Verzehr von ungenießbaren Substanzen aufgrund von Mineralstoffmangel. Häufig enthalten die von Pica-Patienten verzehrten Substanzen genau das Mineral, das dem Patienten fehlt.

4 Symptome

Es werden Dinge verzehrt, die nicht zu den üblichen Nahrungsmitteln eines Menschen gehören, wie Dreck, Erde (Geophagie), Steine, Exkremente (Koprophagie), Abfall etc.

5 Diagnosekriterien

  • Verzehr von Substanzen ohne Nährwert
  • Dauer: >1 Monat
  • Keine Relation zum altersgemäßen Entwicklungsstand
  • das Essverhalten entspricht keiner kulturbedingten Norm
  • die Störung erfordert eine besondere Beachtung und Aufsicht
  • es liegt keine andere psychische Erkrankung vor (Schizophrenie, Kleine-Levin-Syndrom, Autismus)

6 Risiken

7 Therapie

Die Therapie ist meist langwierig und schwierig. Vorwiegend wird Verhaltenstherapie angewendet. Ein wichtiger unterstützender Faktor ist regelmäßige Elternberatung (richtige Beaufsichtigung, rasches Handeln im Vergiftungsfall etc.). Bei Gefährdung für das eigene Leben ist eine stationäre Behandlung indiziert.

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