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Allgemeiner Untersuchungsgang: Wiederkäuer

1 Definition

Der allgemeine Untersuchungsgang beim Wiederkäuer wird vor jeder Behandlung strikt und genau abgearbeitet, so kann man sicher eine Diagnose stellen und andere spezielle Untersuchungsgänge einleiten.

Die klinische Grunduntersuchung beim Wiederkäuer umfasst die Gruppe der Bovidae (Rinder), kleinen Wiederkäuer (Schaf, Ziege) als auch mit besonderen Zusätzen der Neuweltkameliden (Lama, Alpaka).

Der Untersuchungsgang mit Schwerpunkt Rind verläuft in Reihenfolge, wie folgt, mit spezifischen CAVES:

2 MKS-Untersuchung bei Klauentieren

  • Aspekte: Maulhöhle, Zitzen, Klauen
    • Maul: Umstülpen der Oberlippe und Unterlippe, Untersuchung der Zungen- und Backenschleimhaut, blassrosane Farbe
    • Euter: Adspektion der Zitzen
    • Klauen: Adspektion und Palpation Klauensaum und Zwischenklauenspalt

3 Signalment (Nationale)

  • Tierart: Rind, Ziege, Schaf, Lama, Alpaka
  • Rasse: Schwarzbunt, Rotbunt usw.
  • Geschlecht (Kuh, Bulle, Ochse, Zwitter/Zwicke, Kryptorchid)
  • Alter: Bestimmung über den Zustand der Zähne, Zahnaltersschätzung ähnlich wie beim Pferd, vor allem mit Acht auf die Kieferform und den Biss, Milchzähne sind klein und deutlich weiß, adulte Zähne grau-meliert
    • Allgemeine Altersbestimmungsmerkmale:
      • Nabelstrang erste 4 LW
      • Zahnfleisch an Milchzähnen
      • Zahnwechsel
      • Reibeflächen der Schneidezähne
      • Hornringe: Anzahl der Trächtigkeiten
  • Gewicht, Größe (Stock-, Bandmaß)
  • Höhe und Masse (Schätzen, besser wiegen)
  • Farbe: bunt, schwarz, weiß, gescheckt
  • Abzeichen: Hörner, Hornform, Farbzeichnung, Ohrmarken, Brand, Kaltbrand, Halsband
  • Verwendungsart (Milch, Zweinutzung, Fleisch, Zug, Last, Reit, Kreuzung)
  • Einzeichnung der Merkmale im Photo

4 Vorbericht = Anamnese

  • Was hat wie begonnen, wie war der Verlauf und was wurde bereits unternommen?
  • Fütterung (Futterration, Komponenten, Qualität, Menge, Verarbreichungsform)
  • Haltung (Einzel-/Herde, Stall-/Weide, Betriebsart, Haltungs- und Fütterungstechnologie),
  • Hygiene im Stall
    • Seuchenstatus (Herde, Region, z.B Leukose)
    • bisherigen Maßnahmen ( Laien oder tierärztliche Hilfe, Schutzmaßnahmen, Vakzinationen, Parasitenbekämpfung, bisherige Ergebnisse, Serologie, Sektionen)
  • Leistung

5 Allgemeinverhalten, Körperhaltung und Bewegung

  • Betasten der Muskulatur, aller 4 Gliedmaßen, achten auf Wärme, Exsudat, Verkrustungen, Schwellung, Anomalien
  • Adult: ruhig und aufmerksam, gelassen
  • Jungtier: lebhaft und aufmerksam, verspielt
  • Körperhaltung o.B
  • Verhalten gegenüber auf Umwelteinflüsse, z. B Drohreflextest
  • Ohren, Kopfbewegungen
  • Verhalten gegenüber Artgenossen
  • Kopf-Hals-Haltung: gerade Rückenhaltung gesund, gebogen und gekrümmt?

6 Ernährungszustand

  • Ist der Zustand gut?
  • Einstufung in den Body Score Index
    • Betrachtung der Rippen: Rippen sollen füllig sein, Knochen gerade noch zu spüren, aber nicht übermäßig
    • Betrachtung der Hüfthöcker
    • Rückenfettdicke mit Ultraschall
    • BCS von 1 bis 5
    • Waage

7 Haarkleid: glatt, glänzend, anliegend - 3G und Zusätze

  • Hörner: glatt, wellig, brüchig, spröde oder entzündet?
  • Klauen/Hufe: fest, brüchig oder aufgeweicht
  • Alopezie, Einzelhaar
  • Talgsekretion, Schweiß

8 Hautoberfläche

9 Hautelastizität

  • Erhalten?
  • Technik: Am Hals an der Seite die Haut als Dreieck nach oben ziehen, Gehalt an Wasser, im letzten Halsdrittel

10 Temperatur

  • Hauttemperatur:regelmäßig verteilt
  • Innere Körpertemperatur je nach Tierart:
    • Rind: 38,2 – 38,8
    • Kalb 38,5 – 39,2

11 Auge, Lid

  • Technik: Zeigefinger drückt oberhalb ein, Daumen zieht unteres Lid nach unten
  • Schleimhaut: blassrosa
  • Umgebung
  • Ausfluss
  • Lider, Konjunktiva (blassrosa) und Sklera (weiß)
  • Bulbi prall
  • Enophtalmus: Hydrationszustand

12 Nase, Nasenschleimhaut, Nebenhöhlen des Kopfes

13 Maulhöhle, Lippen, Zähne

  • Umgebung, Ausfluss, Foeter ex ore
  • Kieferstellung
  • Maulschleimhaut: Blassrosa, Lippen werden auseinander gedrückt
  • Zunge: Mit einem Griff durch das Diastema wird die Zunge ausgezogen.
  • Zähne

14 Futter- und Wasseraufnahme

  • Vorhanden, nein oder ja?
  • adäquate Menge?

15 Obere Halsgegend, Kehlkopf, Husten

  • Husten spontan oder auf Reiz auslösbar
  • durchtastbar, nicht schmerzhaft
  • Schmerzhaftigkeit, Schilddrüse
  • Umfangsvermehrung
  • Schmerzen, Schwellungen, Verhärtungen
  • Husten weder auf Reiz noch spontan auslösbar, I, F und S
  • Feuchter oder trockener Husten

16 Hals, Drosselrinne, Stauungsprobe

  • Venenpuls: positiv oder negativ, positiv ist pathologisch
  • Aussehen, Entzündung? Umfangsvermehrung?
  • Blutangebot: prompt und dick
  • Umfangsvermehrung
  • Ösophagus + Trachea

17 Lymphknoten

  • Mandibular-, Bugg-, Kniefalten-, Euterlymphknoten
    • Größe
  • Lappung - positiv
  • Schmerz - negativ
  • Konsistenz
  • Verschieblichkeit
  • Temperatur
  • Fluktuation

18 Puls

  • Freuqenz: 60-80 pro Minute, A. facialis
  • Qualität
  • Regelmäßigkeit, Gleichmäßigkeit
  • Gefäßfüllung und –Spannung: 70 bis 80 ml pro kg Körpergewicht
  • Venöser Teil des Kreislaufes: Blutangebot, Venenstauung
  • Kapillarkreislauf: Kapillarfüllungszeit unter 3 Sekunden (KFZ)

19 Atmung

  • Frequenz: 10-30 Atemzüge pro Minute
  • Typ: Kostoabdomialer Atmungstyp
  • Rhythmus: regelmäßig
  • Intensität = Qualität oder Tiefe, Dyspnoe (schwere Atemtätigkeit)

20 Perkussion, Thorax Lunge

  • beiderseits heller und lauter Schall
  • mittlere kaudale Lungengrenze, eine Handbreit oberhalb des Buggelenks 11. -13 Interkostalraum auf der linken Seite

21 Auskulation der Lunge

  • beidseitig gemischtes Atmungsgeräusche, dorsal, ventral, caudal, cranial,beiderseits

22 Palpation Herzstoß

  • Fühlbar, links/rechts palpieren

23 Auskultation des Herzens

  • Frequenz: 22-40 pro Minute
  • Intensität
  • Rhythmus: regelmäßig
  • Herztöne: gut abgesetzt, ohne andere Herzgeräusche
  • Perkussion: beiderseits relative Herzdämpfung
  • Links: handflächengroß
  • Rechts: handtellegroß
  • Auskultation: nach Fühlbarkeit des Herzstoßes, FIRAN

24 Untersuchung des Abdomen von Außen

  • Adspektion: von hinten, Symmetrie, Umfangsvermehrungen achten, Form, Füllung, Trächtigkeit, Hungergruben, Pansenbewegung, Beobachtung der Fruchtbewegung bei Hochtragenden, Assymetrie deutet auf Ausballung und damit Aufgasung und Verlagerung
  • Palpation
  • Perkussion des Pansens: von dorsal nach ventral
  • Auskultation:Geräusche beiderseits rege und auslaufend, 5 Züge in 3 Minuten als PansenvorgängeBauchdeckenspannung: Prüfung mit der Faust in der Flanke
  • Pansenkonsistenz: Schichtung erhalten
  • Sondierung
  • Schwing- und Perkussionsauskultation/-feld

25 Harn- und Kotabsatz

  • Harn schleimig, strohgelb
  • Kot als Fladen, dick, fest

26 Folgeuntersuchungen

  • Zum Beispiel eine rektale Untersuchung: Kot, Uterus, Blase, Ovar, linke Niere, Peritoneum

27 Besondere Untersuchungen

28 Endbeurteilung und kurative Einleitung

  • Zusammenfassung der Symptome = Problemliste
  • Differentialdiagnose
  • Diagnose
  • Prognose
  • Therapie
  • Prophylaxe

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