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Aldosteron

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Englisch: aldosterone

1 Definition

Aldosteron ist ein in der Zona glomerulosa der Nebennierenrinde gebildetes Steroidhormon. Es ist ein Mineralokortikoid und gehört zur Gruppe der Kortikosteroide.

2 Funktion

Aldosteron bewirkt eine gesteigerte Rückresorption von Natrium und Wasser im distalen Tubulus der Niere. In der Folge steigt das Blutvolumen und der Blutdruck erhöht sich entsprechend. Die Änderung des Volumens ist eine träge, d.h. langsame Anpassung des Blutdrucks.

3 Biochemie

Die Synthese des Aldosterons findet in der Zona glomerulosa der Nebennierenrinde statt. Entscheidend für die Produktion ist die enzymatische Ausstattung der produzierenden Zellen. Ausgehend vom Cholesterin wird über mehrere Zwischenstufen (u.a. Pregnenolon) das fertige Aldosteron synthetisiert und endokrin sezerniert. Ausschüttungsreiz ist Angiotensin II (siehe RAAS).

4 Physiologie

4.1 Biokinetik

Die durchschnittliche Tagesmenge des sezernierten Aldosterons liegt bei 45-200 μg am Tag. Die Halbwertszeit im Plasma liegt bei ca. 30 Minuten, über 60 % des Aldosterons ist im Blut an Plasmaproteine gebunden. Die Ausscheidung des Aldosterons erfolgt nach Biotransformation in der Leber hauptsächlich als C3- und C18-Glucuronid.

4.2 Wirkmechanismus

Aldosteron stimuliert über einen intrazellulären Rezeptor (Steroidrezeptor) der Tubuluszellen die Expression

  • luminaler Na+- (ENaC) und K+-Kanäle (ROMK) und
  • basolateraler Na+/K+- ATPasen.

Hierdurch steigert es die Rückresorption von Natrium, dem aufgrund des osmotischen Effektes Wasser folgt. Gleichzeitig fördert es die Ausscheidung von Kalium und Protonen.

4.3 Sekretion

Die Sekretion des Aldosterons wird durch eine Reihe von Einflüssen reguliert:

  • Im Rahmen des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems wird durch Wirkung des Angiotensin II die Aldosteronsekretion gesteigert. Angiotensin II wird vermehrt gebildet bei Natriummangel, Hypovolämie und Abfall der Nierendurchblutung.
  • Hyperkaliämie führt direkt zu einer vermehrten Aldosteronsekretion
  • ACTH hat einen fördernden Einfluss auf die Aldosteronsekretion, der allerdings durch die Nieren und das RAAS moduliert wird. ACTH-abhängig unterliegt die Sekretion von Aldosteron tageszeitlichen (dem Cortisol synchronen) Schwankungen.

5 Pathophysiologie

Die Aldosteronsekretion kann pathologisch vermindert oder gesteigert sein. Im Falle einer Übersekretion fasst man die Krankheitsbilder unter dem Sammelbegriff des Hyperaldosteronismus zusammen.

Als Hypoaldosteronismus bezeichnet man eine pathologisch verminderte Aldosteronsekretion. Ein Hypoaldosteronismus kann durch Stoffwechselstörungen mit fehlerhafter Biosynthese des Aldosterons (z.B. Adrenogenitales Syndrom) oder durch verschiedene Formen der Nebennierenrindeninsuffizienz verursacht werden.

6 Labormedizin

Bei Verdacht auf einen primären oder sekundären Hyperaldosteronismus oder einen Mineralocorticoidmangel wird das Serum-Aldosteron bestimmt.

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