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Akute Belastungsreaktion

Synonyme: Nervenzusammenbruch, Schock, Akute Belastungsstörung u.a.
Englisch: Acute Stress Disorder (ASD)

1 Definition

Die Akute Belastungsreaktion (ABR), oder auch "Akute Belastungsstörung" genannt, hängt in der Regel zeitlich mit einem schweren psychischen oder physischen Zustand zusammen, den der Betroffene nicht bewältigen kann. Hieraus resultiert ein meist aggressives Verhalten gegenüber der eigenen Umgebung, das auch als affektive Verhaltensstörung aufgefasst werden kann.

2 Ursachen

Häufige Auslöser einer akuten Belastungsreaktion sind der Tod einer nahe stehenden Person, das Erleben von Unfällen oder das Erfahren von Gewalt. Abhängig von der individuellen Konstitution des Betroffenen können zum Beispiel psychisch Vorerkrankte mit einer niedrigen Reizschwelle schon bei objektiv weniger einschneidenden Erlebnissen Symptome einer akuten Belastungsreaktion zeigen.

3 Symptome

Eine Belastungsreaktion beginnt unmittelbar nach dem auslösenden Ereignis mit einer emotionalen Verwirrtheit und einer damit zusammenhängenden Mischung aus Angst, Verzweiflung, Hyperaktivität bzw. Rückzug/Isolation. Trauer und Aggressionen sind Zeichen einer Akutphase, die sich meistens innerhalb von drei Tagen wieder zurückbilden.

4 Diagnose

Durch eine behutsame Befragung des Betroffenen kann auf ein zurückliegendes Ereignis geschlossen werden. Dabei ist es jedoch wichtig, die akute Belastungsstörung von folgenden Erkrankungen differenzieren zu können:

  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Wenn die oben genannten Symptome der Verarbeitungsphase länger als 4 Wochen anhalten und dadurch eine psychische oder soziale Beeinträchtigung vorliegt, spricht man von einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), bei der es sich um eine therapiebedürftige Erkrankung handelt.
  • Anpassungsstörung: Wenn der Betroffene sich nach einer starken Veränderung im Leben (zum Beispiel Scheidung, Emigration etc.) innerhalb eines halben Jahres nicht an die neue aktuelle Situation anpassen kann, spricht man von einer Anpassungsstörung.

5 Therapie

Eine akute Belastungsstörung ist nur von kurzer Dauer, sofern es sich auch tatsächlich um eine solche handelt. In diesem Fall sind aufgrund des hohen Aggressionspotentials nicht nur ein Schutz des Betroffenen vor sich selbst und seiner Umgebung sehr wichtig, sondern auch die Medikation mit Benzodiazepinen (zum Beispiel Diazepam), da prinzipiell von einer Suizidgefahr auszugehen ist. Ergänzende einfühlsame und beruhigende psychotherapeutische Gespräche sind nötig. Nach dem Abklingen der akuten Symtomatik besteht die Gefahr, dass sich aus dem Erlebnis spätere Depressionen oder andere psychische Erkrankungen entwickeln, weshalb nach einer durchlebten akuten Belastungsstörung auch der Hausarzt davon in Kenntnis gesetzt werden sollte, um eine weitere Beobachtung des Patienten über einen längeren Zeitraum zu ermöglichen.

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