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Aktinomyzet

(Weitergeleitet von Aktinomyces)

Synonyme: Strahlenpilz, Actinomyces
Englisch: Actinomyces

1 Definition

Aktinomyzeten sind Stäbchenbakterien, die ein grampositives Färbeverhalten aufweisen. Sie sind Anaerobier, die nicht in der Lage sind Sporen zu bilden. Ihr mikroskopisches Aussehen, das durch ihre radiär-filamentösen Verzweigungen in frischen Kulturen an Pilze erinnert, führte zum rein deskriptiven Namen Strahlenpilz.

2 Klassifikation

Es gibt zahlreiche Arten, die der Gattung Actinomyces zuzuordnen sind. Davon sind jedoch nur wenige humanpathogen. Folgende Arten sind Erreger einer Aktinomykose:

Dagegen führen Infektionen mit

3 Pathogenese und Klinik

Es handelt sich zumeist um Mischinfektionen mit mikroaerophilen, fakultativ anaeroben oder obligat anaeroben Keimen, die ein anaerobes Milieu erzeugen. Die Infektion führt zu eitrigen Abszessen, die typischerweise Fisteln ausbilden. Aus dem Abszess entleeren sich schwefelgelbe Drusen.

Klinisch manifestiert sich die Infektion in einer Aktinomykose. Die Aktinomykose zählt zu den Pseudomykosen.

4 Nachweis

Es kann versucht werden, den Nachweis durch kulturelle Anzucht durchzuführen. Da diese Bakterien jedoch ein langsames Wachstum aufweisen, kann die Diagnose Wochen dauern. Zudem sind hochwertige Nährböden und ein anaerobes Milieu von Nöten. Kontaminationen mit Keimen der Mundhöhle sind problematisch.

Als Differentialdiagnostikum gilt das Auffinden von Drusen. Dabei handelt es sich um harte Konglomerate kleiner Aktinomyces-Kolonien im Fisteleiter, die von einem Lymphozytenwall umgeben sind. Die Drusen, die einen Durchmesser von 1-2mm aufweisen, sind schon makroskopisch sichtbar. Aus den Kolonien ragen die verzweigt wachsenden Bakterien heraus. Aus diesem Grund auch die alte Bezeichnung "Strahlenpilz".

5 Therapie

Bei fortgeschrittener Abszedierung muss chirurgisch interveniert werden. Zudem werden Aminopenicilline oder Tetrazykline appliziert.

6 Epidemiologie

Vermutlich spielen Hormone bei der Anfälligkeit für eine Infektion mit Actinomyzeten eine große Rolle. Dafür sprechen die Beobachtungen, dass selten Kinder und Senioren, deren Hormonhaushalt sich deutlich von dem fortpflanzungsfähiger Erwachsener unterscheidet, betroffen sind. Zudem erkranken Männer deutlich häufiger an einer Aktinomykose, als Frauen.

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