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Acromioclaviculargelenkluxation

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Synonyme: Akromioklavikulargelenkluxation, ACG-Luxation, AC-Luxation

1 Definition

Unter der Acromioclaviculargelenkluxation versteht man eine partielle oder komplette Verrenkung im Bereich des Acromioclaviculargelenks.

2 Ätiopathogenese

In der Regel wird eine Acromioclaviculargelenkluxation durch einen Sturz auf die Schulter bei adduziertem Arm hervorgerufen. Die dabei auf die Schulter wirkenden Kräfte führen zu einer Schädigung der Gelenkkapsel und des Ligamentum acromioclaviculare und des Ligamentum coracoclaviculare.

3 Klinik

Die Acromioclaviculargelenkluxation imponiert durch Schmerzen, Schwellung und ein Hämatom. Die Beweglichkeit der Schulter ist eingeschränkt. Häufig besteht bei Palpation eine federnde Luxation oder Subluxation im Acromioclaviculargelenk, was als Klaviertastenphänomen bezeichnet wird.

4 Klassifikation

4.1 … nach Tossy

Man unterscheidet:

  • Tossy I mit Überdehnung des Ligamentum acromioclaviculare und des Ligamentum coracoclaviculare
  • Tossy II mit Ruptur des Ligamentum acromioclaviculare und Überdehnung des Ligamentum coracoclaviculare (Subluxation)
  • Tossy III mit Ruptur beider Bänder (Luxation)

4.2 … nach Rockwood

Man unterteilt:

5 Diagnostik

Anamnese, die Klinik und ggf. auch das Klaviertastenphänomen weisen auf die Diagnose hin. Anhand von Röntgenbildern kann diese gesichert werden. Dabei werden Röntgenaufnahmen der Schulter in zwei Ebenen sowie eine Belastungsaufnahme (Wasserträgeraufnahme) angefertigt.

6 Therapie

6.1 Konservative Therapie

Eine konservative Therapie ist generell bei Tossy I und II möglich. Bei Patienten, die älter als 35 Jahre sind, kann auch eine Tossy-III-Luxation konservativ behandelt werden. In der Regel erfolgt diese durch einen Gilchrist-Verband oder einen Desault-Verband, Physiotherapie und ggf. auch eine medikamentöse Analgesie.

6.2 Operative Therapie

Eine operative Therapie ist bei Tossy-III-Luxationen bei Patienten unter 35 Jahren, bei Begleitverletzungen der Muskulatur, der Weichteile oder von Nerven indiziert.

In der Regel werden dabei die gerissenen Bänder genäht. Weiterhin erfolgt eine Arthrodese mittels Spickdrähten, einer Hakenplatte oder einer Cerclage, der die Anlage eines Gilchrist-Verbandes folgt. Auch hier sind physiotherapeutische Übungen wichtig. Nach sechs Wochen wird das Metall entfernt.

7 Prognose

Eine Tossy-I-Verletzung hat eine sehr gute Prognose. Bei Tossy II- und Tossy III-Verletzungen wird auch nach Abheilung häufig eine geringe Subluxation oder Luxation beobachtet, die aber in der Regel nicht mit funktionellen Einschränkungen einhergeht.

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