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Ahornsirupkrankheit

(Weitergeleitet von Ahornsirup-Krankheit)

Synonym: Leuzinose
Englisch: Maple syrup urine disease (MSUD)

1 Definition

Die Ahornsirupkrankheit ist eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung durch einen Defekt des gemeinsamen Dehydrogenasekomplexes der Alpha-Ketosäuren der verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin mit nachfolgender ausgeprägter neurologischer Symptomatik im Neugeborenenalter bei charakteristischem Uringeruch.

2 Epidemiologie

Die Häufigkeit beträgt etwa 1:100.000 bis 1:200.000.

3 Pathogenese

Der Defekt des 2-Ketosäuren-Dehydrogenase-Enzymkomplexes führt zu einer Behinderung der oxidativen Decarboxylierung der verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. Dadurch kommt es zu einer Akkumulation dieser drei Aminosäuren und ihrer korrespondierenden Alpha-Ketosäuren in allen Organen und Körperflüssigkeiten. Der würzige Uringeruch der an Ahornsirup oder "Maggi" erinnert, gab der Krankheit ihren Namen.

4 Symptomatik

4.1 Klassische Form

Nach einem symptomfreien Intervall von bis zu fünf Tagen kommt es innerhalb der ersten Lebenswoche zu folgender Symptomatik:

Unterbleibt eine Behandlung versterben die Patienten in einer schweren Ketoazidose

4.2 Intermediärform

Folgende Symptome sind bei der Intermediärform typisch:

Eine Ketoazidose wird nur selten beobachtet.

4.3 Intermittierende Form

Im Rahmen kataboler Phasen (z. B. Infekte) kommt es zu episodenhaften metabolischen Entgleisungen, wobei die psychomotorische Entwicklung unauffällig verläuft.

5 Diagnostik

Die Diagnose der Erkrankung wird heutzutage in erweiterten Neugeborenenscreeningprogrammen durch den Nachweis von Aminosäuren im Blut mittels Tandemmassenspektrometrie bereits am dritten Lebenstag gestellt:

  • Leucin, Isoleucin und Valin sind im Plasma und im Urin deutlich erhöht
  • Alloisoleucin ist im Plasma und Urin erhöht und gilt als spezifischer Indikator für die Ahornsirupkrankheit
  • Schwere metabolische Azidose (Ketoazidose!), Hypoglykämie
  • Alpha-Ketosäuren der verzweigtkettigen Aminosäuren im Urin sind erhöht

6 Therapie

6.1 Akute Therapie

Der Zufuhr von exogenem Protein wird kurzzeitig gestoppt, der Katabolismus wird durch eine hoch dosierte Glukoseinfusion bei gleichzeitiger Insulininfusion durchbrochen. Durch forcierte Diurese und Hämofiltration können die toxischen Metabolite entfernt werden. Weiterhin sollte Thiamin als Kofaktor gegeben werden.

6.2 Dauertherapie

Lebensbegleitend wird eine eiweißarme Diät und eine Eiweißsubstitution mit leucin-, isoleucin- und valinfreien Aminosäuremischungen durchgeführt. Ist die Thiaminsensitivität nachgewiesen, wird Thiamin in einer Dosierung von 10-800 mg/d verabreicht.

7 Prognose

Die Prognose ist umso besser, je früher die Erkrankung erkannt und therapiert wird. In allen katabolen Situationen (Operation, Infektion) kann es zu schwerer Ketoazidose, Hirnödem und letalem Ausgang kommen.

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