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Afrikanische Schweinepest (ASP)

Englisch: African swine fever

1 Definition

Bei der ASP handelt es sich um eine hochkontagiöse, fieberhafte Erkrankung der Haus- und Wildschweine. Sie wird durch Viren der Familie Asfarviridae hervorgerufen. Die Afrikanische Schweinepest ist in Afrika und Sardinien endemisch. Sie ist von der klinisch nicht unterscheidbaren Klassischen Schweinepest (KSP) abzugrenzen, die durch Viren der Familie Flaviviridae hervorgerufen wird.

Die ASP gehört zu den laut OIE Liste [1] anzeigepflichtigen Tierseuchen. Sie wird EU-weit mit strengen Maßnahmen bekämpft. In Deutschland gelten die Schweinepest-Verordnung [2] und die Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen [3] in der jeweils gültigen Fassung.

2 Erreger

Erreger ist das Afrikanische Schweinepest Virus (ASPV). Er gehört zur Familie Asfarviridae, Gattung Asfivirus. Es handelt sich um ein behülltes, doppelsträngiges DNA-Virus. Der Erreger ist für den Menschen ungefährlich.

3 Epizootiologie

Der Erreger kann sowohl durch direkten Kontakt als auch indirekt durch verschiedene Vektoren übertragen werden. Die Ansteckung ist sowohl durch erkrankte Tiere desselben Bestands als auch durch den Kontakt von infizierten Wild- mit Hausschweinen möglich.

In Afrika und Sardinien fungieren Zecken der Gattung Ornithodorus als Überträger des Virus. Es kommt in der Zecke zu einer Virusvermehrung, bei der auch eine transovarielle Übertragung auf die nächste Generation möglich ist. Das Virus wird von den Zecken mit dem Speichelsekret und der Faeces ausgeschieden. In Afrika fungieren zusätzlich subklinisch erkrankte Warzenschweine als Virusreservoir. Vektoren der indirekten Übertragung können außerdem kontaminiertes Futter (auch Küchen- und Speiseabfälle), Besucher, kontaminierte Kleidung, Geräte oder Fahrzeuge sein. Durch kontaminiertes Material und Fleisch kann der Erreger über große Entfernungen verbreitet werden.

Die Seuche ist bisher in Deutschland nicht aufgetreten. Es besteht aber eine ständige Bedrohung durch den Reiseverkehr und den illegalen Import von infiziertem Fleisch. Seit 2007 breitet sich die ASP im Kaukasus und Russland aus. Durch die hohe Kontagiosität des Erregers stellt dies eine große Bedrohung für den europäischen Schweinebestand dar, dem von der EU unter anderem mit Importverboten begegnet wird.

4 Pathogenese

Die ASP verläuft wie die KSP als zyklische Allgemeinerkrankung. Initial kommt es zur Virusvermehrung im regionalen lymphatischen Gewebe. Daraufhin kommt es zu einer Virämie, durch die der Erreger in verschiedene Organe verschleppt wird. Dort kommt es zur massiven Virusvermehrung in den Endothelzellen und nachfolgenden Blutungen.

5 Symptome

Akuter Verlauf: Fieber, Blutbildveränderungen, Durchfall oder Verstopfung, petechiale Blutungen auf den Organen und Schleimhäuten, Zyanosen der Haut, neurologische Symptome.

6 Differentialdiagnosen

Differentialdiagnostisch sind v.a. andere septikämisch verlaufende Krankheiten wie beispielsweise Rotlauf, Aujeszkysche Krankheit und die klassische Schweinepest auszuschließen.

7 Therapie

Eine Therapie der ASP wird nicht durchgeführt. Es gelten die strengen Bekämpfungsmaßnahmen des OIE und der EU. Es existiert kein Impfstoff gegen die ASP.

8 Prophylaxe

Bei der ASP handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche. In Deutschland ist die Bekämpfung durch die Schweinepest-Verordnung geregelt. Impfungen sind nur in ganz bestimmten Sonderfällen nach amtlicher Bestätigung des Seuchenausbruchs möglich, wenn dies zur Eindämmung der Seuche nötig ist. Ansonsten übernimmt nach Anzeige des Krankheitsausbruchs das zuständige Veterinäramt die Bekämpfung der Seuche gemäß der Schweinepest-Verordnung [4].

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