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Adenovirusinfektion

1 Definition

Adenovirusinfektionen enstehen durch Infektion mit verschiedenen Typen des Adenovirus. Sie verursachen etwa 5 - 8% der akuten respiratorischen Erkrankungen im Kindesalter sowie gastrointestinale und ophthalmologische Symptome.

2 Erreger

Das Adenovirus ist ein DNA-Virus, mittlerweile sind 47 verschiedene Serotypen bekannt.

3 Epidemiologie

Die Übertragung der Adenoviren erfolgt über Tröpfcheninfektion sowie fäkal-oral. Da sich die Adenoviren nur schwer durch Desinfektionsmittel inaktivieren lassen, besteht immer die Gefahr einer nosokomialen Infektion. Die Inkubationszeit beträgt fünf bis acht Tage.

4 Symptomatik

4.1 Akute respiratorische Erkrankungen

Typischerweise gehen sie mit einer Pharyngitis mit wässrigen Bläschen am weichen Gaumen und einer Bronchopneumonie einher. Beim pharyngokonjunktivalen Fieber bestehen zugleich eine follikuläre Konjunktivitis und eine Lymphadenitis. Auch kann es zum sogenannten Pertussis-Syndrom kommen, das klinisch vom Keuchhusten kaum zu unterscheiden ist.

4.2 Keratokonjunktivitis epidemica

Bei der Keratokonjunktivitis epidemica handelt es sich um eine gefürchtete nosokomiale Infektion des Auges.

Die typischen Symptome sind:

Die Konjunktiva weist charakteristische große ovale Follikel und Pseudomembranen auf. Eine präaurikuläre Lymphadenopathie besteht meist begleitend. Bei Kindern sind Hornhautkomplikationen wesentlich seltener als beim Erwachsenen. Die Kontagiosität ist extrem hoch. Abzugrenzen von der Keratokonjunktivitis epidemica ist die akute follikuläre Konjunktivitis, auch Schwimmbadkonjunktivitis genannt, die ebenfalls von Adenoviren verursacht werden kann.

4.3 Gastrointestinale Infektionen

Gastrointestinale Infektionen durch Adenoviren führen zu Diarrhoe. Eine Assoziation mit einer Invagination und einer Appendizitis kann häufig beobachtet werden.

4.4 Urogenitale Infektionen

Infektionen im urogenitalen Bereich provozieren oft eine Zystitis, die auch hämorrhagisch sein kann. Ferner können sich auch genitale Ulzera bilden, die dann auch sexuell übertragbar sind.

5 Diagnostik

Im Gegensatz zu viralen Infektionen durch andere Viren besteht bei Adenovirusinfektionen häufig eine Leukozytose und eine (meist milde) Erhöhung des CRP.

Die Isolation des Virus kann aus Rachenspülwasser, einem Augenabstrich, Stuhl oder Urin erfolgen. Sie spielt klinisch vor allem bei Infektionen des Auges und der Atemwege eine Rolle. Im Falle enteritischer Erkrankungen, können die Viren gegebenenfalls elektronenmikroskopisch nachgewiesen werden.

Serologisch lassen sich spezifische Antikörper und die DNA des Virus nachweisen. Da Erwachsene im Laufe des Lebens jedoch oftmals kreuzreaktive Antikörper entwickeln, ist die serologische Diagnostik eher bei Kindern angebracht.

6 Therapie

Eine kausale Therapie ist nicht möglich.

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