Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Kalmus

(Weitergeleitet von Acorus calamus)

Lateinisch: Acorus calamus
Englisch: sweet flag, calamus

1 Definition

Kalmus, botanischer Name "Acorus calamus", ist eine Pflanzenart aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Das Rhizom der Pflanze zeichnet sich durch den Gehalt von ätherischem Öl aus.

2 Eigenschaften

Es handelt sich um eine bis 2 Meter große Pflanze von charakteristisch aromatischem Geruch, welche auf (zum Teil ständig) feuchten bis nassen Böden, etwa an Teichen, gedeiht. Sie bildet große, lanzettliche, zweizeilig gestellte Blätter, gelbgrüne, unscheinbare Blüten (in einem bis 8 Zentimeter langen Blütenkolben angeordnet; Blütezeit: Juni/Juli) sowie einen kriechenden Wurzelstock. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Asien, wurde jedoch auch in Mitteleuropa eingebürgert.

3 Pharmazeutische Droge

3.1 Kalmuswurzelstock (Rhizoma Calami)

Als Droge im pharmazeutischen Sinne dient der getrocknete und zumeist geschnittene Wurzelstock (Rhizom) der Pflanze. Es kommen sowohl geschälte als auch ungeschälte Stücke vor. Ungeschälte Stücke weisen eine rötliche Färbung sowie deutliche Blatt- und Wurzelnarben auf. Geschält sind in erster Linie die dicken Blattnarben sichtbar; die Oberfläche ist dann hellbraun. Bei nicht klein geschnittenen Stücken sind die verwendeten Stücke bis zu 20 cm lang. Der Geschmack ist aromatisch, bitter und scharf.

3.2 Kalmusöl (Oleum Calami)

Die Rhizom-Droge liefert weiterhin ätherisches Öl, das in reiner Form vermarktet wird.

4 Inhaltstoffe

Die Droge enthält bis zu 9% ätherisches Öl sowie Bitterstoffe und Gerbstoffe. Das ätherische Öl enthält Caryophyllen, Humulen und vor allem Asaron (alpha-(trans)- und beta-(cis)-Asaron); letzteres ist maßgebend für die Wirkungen der Droge.

5 Indikation

Innerlich ist die Anwendung der Droge bei dyspeptischen Beschwerden des Magens (etwa Völlegefühl, Appetitmangel) als Amarum aromaticum angezeigt. Volksmedizinische Anwendungsgebiete sind unter anderem Schlafstörungen, Depressionen und Neurosen. Die Anwendung ist kritisch zu betrachten (siehe unten: Toxikologie).

6 Applikation

7 Ethnobotanik

Die Kri-Indianer Kanadas nutzen die Pflanze als Arzneipflanze bei Erschöpfung, Kopfschmerzen und Zahnschmerzen sowie zur Mundhygiene und bei asthmatischen Berschwerden. Eventuell wird auch von der psychotropen Wirkung Nutzen gezogen (Rauschmittel). Es werden Teile des Rhizoms geraucht, geschnupft, gekaut oder als Teeaufguss getrunken.

8 Toxikologie

Vor allem beta-Asaron hat sich als karzinogen (krebserzeugend) erwiesen. Daneben ist Asaron hepatotoxisch (leberschädigend). In hohen Dosen (Überdosierung), etwa durch gezielten Konsum des ätherischen Öls zwecks Rauschwirkung, wirken beide Isomere des Asarons halluzinogen, der Rausch ist mit einem Lysergid-Rausch (LSD) vergleichbar.

9 Literatur

  • Roth et al.: Giftpflanzen - Pflanzengifte, Nikol Verlag, Karlsruhe/ München, 2008.
  • Alberts & Mullen: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere, Franckh Kosmos, Stuttgart, 2006.

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

3 Wertungen (5 ø)
Teilen

2.638 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: