Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Lisinopril

(Weitergeleitet von Acerbon®)

Handelsnamen: Coric®, Acerbon®, u.v.a. Lisinopril-Generika
Englisch: lisinopril

1 Definition

Lisinopril ist ein Antihypertensivum aus der Gruppe der ACE-Hemmer, das zur Behandlung von chronischer Herzinsuffizienz und arterieller Hypertension eingesetzt wird.

2 Chemie

Die chemische Bezeichnung von Lisinopril lautet: 1-[6-amino-2- (1-carboxy-3-phenyl-propyl) amino-hexanoyl]pyrrolidin- 2-carbonsäure-dihydrat

Die Summenformel des Stoffes ist: C21H31N3O5.

Die Molekulare Masse (Molekulargewicht) beträgt: 405,49 g·mol−1

2.1 Strukturformel

Lisinopril.png

3 Wirkmechanismus

Als ACE-Hemmer wirkt Lisinopril über einen Eingriff in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), welches für die Steuerung des Blutdruckes und Wasserhaushaltes zuständig ist. Über die Inhibition des Angiotensin Converting Enzyme (ACE) führt es zu einer verminderten Bildung von Angiotensin II aus Angiotensin I. Dies führt konsekutiv zu einem vermindertem Gefäßtonus und, über den sinkenden Angiotensin II-Spiegel, zu einer geringeren Freisetzung von Aldosteron aus der Nebennierenrinde.

Ebenso führt Lisinopril zu einer Hemmung der Kininase II, die für den Abbau von Bradykinin zuständig ist. Dies erklärt einige der unerwünschten Wirkungen der Substanzgruppe der ACE-Hemmer.

4 Pharmakokinetik

Als ACE-Hemmer der zweiten Generation wird Lisinopril nicht als Prodrug, sondern direkt als wirksame Form appliziert.

Die Bioverfügbarkeit von Lisinopril schwankt individuell stark und liegt zwischen 5 und 60%.

Lisinopril weißt eine Plasmahalbwertszeit von ca. 12 Stunden auf. Es wird nicht verstoffwechselt und unverändert mit dem Urin ausgeschieden.

Im Tiermodell wurde eine LD50 Dosis von 3600 mg/kg für die orale Applikation bei der Ratte gezeigt.

5 Anwendungsgebiete

Lisinopril wird vor allem bei der Behandlung von arterieller Hypertonie und chronischer Herzinsuffizienz (indiziert in allen Stadien der chronischen Herzinsuffizienz) eingesetzt.

Ebenso findet es Anwendung bei der (Reinfarkt-) Prophylaxe von Herzinfarkten und durch seine nephroprotektiven Eigenschaften bei der Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und beginnender Nephropathie.

6 Nebenwirkungen

Bei der Behandlung mit Lisinopril kann es, vor allem durch die Akkumulation von Bradykinin zu einer Reihe unerwünschter Wirkungen kommen.

Hierzu zählen:

Allergisch bedingt können in Einzelfällen Thrombozytopenie und Neutropenie bis hin zum anaphylaktischer Schock auftreten. Ebenfalls sehr selten sind hämolytische Anämien und Leberfunktionsstörungen.

7 Kontraindikationen

Die Gabe von Lisinopril ist beim Vorliegen folgender Erkrankungen kontraindiziert :

Lisinopril weist ein teratogenes Potential auf, das bei Schwangeren zu Wachstums- und Knochenbildungsstörungen beim Kind mit einer erhöhten Sterblichkeit führen kann.

8 Wechselwirkung

Die gleichzeitige Gabe von Lisinopril mit Kalium-sparenden Diuretika kann zu einer Hyperkaliämie führen. Werden nicht-steroidale-Antirheumatika (NSAR) mit Lisinopril kombiniert, sinkt die Wirksamkeit des ACE-Hemmers.

9 Verordnungshinweis

Lisinopril ist verschreibungspflichtig

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

36 Wertungen (3.44 ø)
Teilen

25.413 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: