Vom 10.10 bis 22.10.2017 steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Vom 10.10 bis 22.10.2017 steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Mediziner,
wir gönnen uns eine herbstliche Verschnaufpause. Deshalb sind vom 10. bis 22. Oktober keine Bearbeitungen möglich.
Arbeitet doch schon mal an der Halloween-Deko oder lasst einen Drachen steigen. Wir freuen uns, wenn ihr gut erholt zurückkommt!

Abortivum

Englisch: abortifacient

1 Definition

Als Abortivum (Plural: Abortiva) wird ein Wirkstoff bezeichnet, der einen Schwangerschaftsabbruch herbeiführen kann (medikamentös induzierter Abort). Die Eigenschaft einer Substanz, einen Abort herbeiführen zu können wird als abortiv bezeichnet.

2 Wirkstoffe

Es gibt zahlreiche Substanzen, die einen Abort herbeiführen können. Die Wirkmechanismen sind hierbei vielfältig. Etliche Wirkstoffe besitzen aus schulmedizinischer Sicht lediglich eine historische Bedeutung (z.B. Wermut, Mutterkorn, Herbstzeitlose, Sadebaum). Dies begründet sich in einer schlechten Regulierbarkeit der Dosis (pflanzliche Zubereitungen durch den Laien) und potentiellen Nebenwirkungen sowie bedenklichen toxischen Effekten.

Das gängigste Schema sieht eine Kombination eines Antigestagens mit einem Prostaglandin-Analogon vor:

Das Antigestagen wird zuerst verabreicht. Mifepriston wird mit anschließender Gabe eines Prostaglandin-Analogons bis zum 49. Tag (Schweiz) bzw. bis zum 63. Tag (EU, seit 2007) eingesetzt. Es wird hoch dosiert (600 mg) und besitzt eine lange Plasmahalbwertzeit. Die Wirkung beruht auf einer Hemmung des Progesterons (Hormon zur Erhaltung der Schwangerschaft). Zeitversetzt wird ein Prostaglandin-Analogon appliziert, um den Erfolg des Schwangerschaftsabbruchs zu erhöhen.[1] Dieses lässt die Muskulatur des Zervix entspannen und die Muskulatur des Uterus kontrahieren. Die Arzneistoffkombination bewirkt die Abstoßung des Embryo bzw. Fetus in circa 95 Prozent der Anwendungen.

Gelegentlich wird Methotrexat, ein Zytostatikum und Folsäure-Antagonist, zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs eingesetzt (z.B. in einer Kombination mit Misoprostol). Die Anwendung von Methotrexat wird jedoch durch die WHO nicht empfohlen, da es im Falle eines unvollständigen Aborts zu einer Schädigung des Fetus kommen kann.

3 Kontraindikation

cave: aufgrund einer potentiell abortiven Wirkung als Nebenwirkung ist die Applikation zahlreicher Arzneimittel während einer Schwangerschaft kontraindiziert.

4 Veterinärmedizin

In der Veterinärmedizin kommen weitere Wirkstoffe als Abortiva zum Einsatz, beispielsweise im Rahmen einer Tiergeburtshilfe. Etablierte Abortiva für den Einsatz bei zahlreichen Säugetieren sind Flumethason (ein Glukokortikoid) und Prostaglandin F2α.[2]

5 Einzelnachweise

  1. Mutschler et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen, 8. Aufl, Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft.
  2. Richter & Götze: Tiergeburtshilfe, Verlag Paul Parey, 4. Aufl., Berlin und Hamburg 1993.

6 Weblinks

  • pharmawiki.ch: Abortiva (aufgerufen am 27.12.2016)

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

2 Wertungen (4 ø)
Teilen

381 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: