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Peritoneallavage

(Weitergeleitet von Abdominallavage)

Synonyme: Abdominallavage, Peritonealspülung, Bauchspülung
Englisch: peritoneal lavage

1 Definition

Als Peritoneallavage bezeichnet man die Spülung des Bauchraums mit diagnostischer oder therapeutischer Zielsetzung.

2 Therapeutische Peritoneallavage

Englisch: therapeutic peritoneal lavage (TPL)

Aus therapeutischen Gründen wird die Peritoneallavage eingesetzt, um Nekrosen, Toxine oder Enzyme aus dem Bauchraum zu entfernen - zum Beispiel im Rahmen einer Peritonitis oder bei akuter Pankreatitis.

3 Diagnostische Peritoneallavage

Englisch: diagnostic peritoneal lavage (DPL)

Die diagnostische Peritoneallavage dient dem Nachweis einer intraperitonealen Blutung bzw. einer Organverletzung im Bauchraum. Sie ist heute weitgehend durch die Sonografie des Abdomens und das CT abgelöst worden und wird vor allem nach unklaren Befunden in der Bildgebung eingesetzt. Darüber hinaus wird die Peritoneallavage zum Nachweis von Tumorzellen eingesetzt (Peritonealzytologie), unter anderem vor Resektion gynäkologischer Tumoren.

3.1 Vorgehen

Der Bauchraum wird unterhalb des Nabels - etwa auf einem Drittel der Strecke vom Nabel zur Beckensymphyse - in der Mittellinie mit einer großlumigen Kanüle punktiert. Anschließend wird über einen Katheter körperwarme Ringerlösung oder heparinisierte physiologische Kochsalzlösung infundiert. Die Spülflüssigkeit läuft nach dem Heberprinzip zurück in die Flasche.

3.2 Bewertung

Das Ergebnis der Lavage ist negativ, wenn farblose, klare Spülflüssigkeit in der Flasche vorliegt. Bei einem positiven Befund ist die Spülflüssigkeit durch Blut verfärbt. Ggf. finden sich zusätzlich Galle- und Stuhlbeimischungen. Fehlt eine makroskopisch sichtbare Verfärbung, wird die Spülflüssigkeit im Labor auf Erythrozyten und Amylase untersucht.

Das Ergebnis einer Peritoneallavage kann falsch-negativ oder falsch-positiv sein. So können Blutungen durch Vorliegen von Verwachsungen larviert werden oder durch kleinere Verletzungen infolge der Punktion vorgetäuscht werden. In einer klinischen Studien erzielte die Peritoneallavage bei 28% der Patienten mit akutem Abdomen falsch-negative und bei 8% der Patienten falsch-positive Ergebnisse.[1]. Andere Studien kommen auf deutlich niedigere Werte. Um die Verlässlichkeit der Methode zu erhöhen, wird eine Spülflüssigkeitsmenge von mehr als 600 ml empfohlen[2].

  1. Barbee, CL; Gilsdorf RB (1975). "Diagnostic peritoneal lavage in evaluating acute abdominal pain.". Ann Surg 181 (6): 853–856. 
  2. Sullivan, KR; Nelson MJ, Tandberg D (1997). "Incremental analysis of diagnostic peritoneal lavage fluid in adult abdominal trauma.". Am J Emerg Med 15 (3): 277–279. 

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