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Aachener Aphasie-Test

Synonym: Aachener Aphasietest, AAT
Englisch: Aachen Aphasia Test

1 Definition

Der Aachener Aphasie-Test ist ein standardisiertes, neuropsychologisches Untersuchungsverfahren zur Diagnose und Klassifizierung erworbener Aphasien. Es wurde 1983 von Walter Huber, Klaus Poeck, Dorothea Weniger und Klaus Willmes in Aachen entworfen.

2 Hintergrund

Erworbene Sprachstörungen basieren auf pathologischen Veränderungen des zentralen Nervensystems, die häufig die Folge von Apoplexie, Hirntumoren, Hirnblutungen oder Entzündungen sind. Klinisch erfolgt eine Einteilung der Sprachstörungen in vier aphasische Standardsyndrome. Dazu zählen die globale Aphasie, die Broca-Aphasie, die Wernicke-Aphasie und die amnestische Aphasie. Zusätzlich gibt es sogenannte Nicht-Standard-Aphasien (transkortikale Aphasie und Leitungsaphasie) und nicht-klassifizierbare Aphasien.

3 Einsatzbereich

Der Aachener Aphasie-Test kommt bei Jugendlichen ab 14 Jahren und bei Erwachsenen zum Einsatz. Das Testverfahren dauert 60 bis 90 Minuten und wird in ärztlichen Praxen, Universitätskliniken und in Rehabilitationskliniken durchgeführt. Es eignet sich sowohl für die Erstdiagnose, als auch zur Verlaufskontrolle nach logopädischer Therapie.

4 Diagnostische Ziele

  1. Unterscheidung von Patienten mit Aphasie bzw. zentraler Schädigung ohne Aphasie
  2. Differenzierung zwischen Standardsyndrom, Nicht-Standard-Aphasie und nicht-klassifizierbarer Aphasie
  3. Bestimmung des Schweregrads der aphasischen Störung
  4. Beschreibung der Aphasie bezüglich Wortbedeutungen (Semantik), Wortschatz (Lexikon), Satzbildung (Syntax) und Sprachlauten (Phonologie)
  5. Zusätzlich Ausschluss einer Alexie oder Agraphie

5 Gliederung

Das Testverfahren gliedert sich in sechs Untertests mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Während die ersten beiden Teilabschnitte der Differenzierung zwischen Aphasie und Nicht-Aphasie dienen, ermöglichen die anderen vier Elemente eine genauere Diagnostik. Die Testleistungen werden anhand einer Punkteskala erfasst und manuell oder computergestützt in Prozentränge umgerechnet.

5.1 Spontansprache

Analyse der Sprache des Patienten in einem zehnminütigen Interview hinsichtlich Kommunikationsverhalten, Syntax, Sprachautomatismen, Semantik, Artikulation und Phonologie. Durch persönliche Fragen über Gesundheit, Familie, Interessen und Beruf können Sprachauffälligkeiten festgestellt werden.

5.2 Token Test

Analyse des Sprachverständnisses durch das Zeigen und Zuordnen von geometrischen Formen unterschiedlicher Größe und Farbe.

5.3 Nachsprechen

Analyse des Wiederholungsvermögens von Lauten, einsilbigen Wörtern, Fremdwörtern, zusammengesetzten Wörtern und Sätzen.

5.4 Schriftsprache

Analyse des Lese- und Schreibvermögens, wobei letzteres in Diktatform stattfindet.

5.5 Benennen

Analyse der Bezeichnung von Abbildungen von Farben, Objekten oder Handlungen.

5.6 Verständnis

Analyse des auditiven Verständnisses und Lesesinnverständnisses durch die Auswahl von Zeichnungen passendend zu einem vorgelesenen Wort oder Satz.

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