Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 16. bis 23. Juli 2018 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 24. Juli könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Antithrombin

(Weitergeleitet von AT-III)

Abkürzung: AT, AT III
Handelsnamen: Kybernin®, Atenativ®, Anbinex®, ATryn®
Englisch: antithrombin

1 Definition

Antithrombin, kurz AT, ist ein Protein, das hemmend auf die Blutgerinnung wirkt. Häufig begegnet man auch noch der älteren Bezeichnung Antithrombin III. Eine andere ältere Bezeichnung ist Heparin-Kofaktor I.

Antithrombin ist außerdem ein Blutprodukt, dass unter anderem zur Substitution bei Patienten mit Antithrombinmangel verwendet wird (Antithrombin-Konzentrat).

2 Biochemie

Antithrombin ist ein Glykoprotein, das in der Leber gebildet wird. Es besteht aus 432 Aminosäuren und gehört zu den Serinproteaseinhibitoren. Das Protein enthält drei Disulfidbrücken und vier Glykosylierungsstellen. Die dominante Form des Antithrombin, α-Antithrombin, kommt im Blutplasma vor und hat an jeder Glykosylierungsstelle ein Oligosaccharid gebunden.

Das Molekulargewicht von Antithrombin beträgt etwa 58 kDa. Bei Gesunden hat Antithrombin eine Halbwertszeit von ca. 60 Stunden. Die Plasmakonzentration beträgt 3-5 µmol/l, dies entspricht etwa 150 mg/l.

3 Physiologie

Die Gerinnungshemmung erfolgt durch Inaktivierung der Gerinnungsfaktoren, hauptsächlich Thrombin und Faktor Xa, aber auch Faktor IXa, XIa und XIIa. Eine Wirkungsverstärkung erfährt Antithrombin durch Heparin, welches die Affinität des Antithrombins zu den Faktoren etwa um den Faktor 1000 steigert.

4 Klinik

Angeborener, heterozygoter Antithrombinmangel ist ein selten vorkommender, aber schwerwiegender Risikofaktor für Thromboembolien. Der Antithrombinspiegel gehört deshalb zur Thrombophiliediagnostik.[1] Homozygoter Antithrombinmangel ist mit dem Leben nicht vereinbar.

Die Bestimmung des Antithrombinspiegels kann, ähnlich wie der Quick-Wert, zur Beurteilung der Lebersyntheseleistung verwendet werden. Ein erniedrigter Antithrombinblutspiegel liegt auch bei einer Verbrauchskoagulopathie vor.

Bei niedriger Antithrombin-Konzentration ist die Wirkung von Heparin abgeschwächt.

5 Labordiagnostik

Die Antithrombinkonzentration wird mittels eines chromogenen Substrates aus Citratplasma bestimmt. Die Angabe auf dem Laborbefund erfolgt üblicherweise in Prozent (relativ zu einem Normalplasma). Der Normalbereich ist 70 - 120%.

5.1 Störfaktoren

Durch Antikoagulantien kann die Antithrombinmessung auf verschiedene Weise gestört werden. Dies gilt insbesondere für die Medikation mit "DOAK". Der Effekt ist allerdings von der jeweils verwendeten Messmethode abhängig.

Wenn die Antithrombinkonzentration im eigentlichen Sinne als Inaktivierung des Thrombins bestimmt wird, werden unter Einnahme von Thrombinhemmern logischerweise falsch hohe Werte gemessen.

Ein Teil der Assays zur Antithrombinbestimmung misst nicht die Antithrombin-, sondern die Anti-Faktor Xa-Aktivität des Enzyms. Bei Patienten, die Faktor-Xa-Hemmer nehmen, werden mit diesen Testsystemen falsch hohe Werte gemessen.

Die schon lange bekannte Störung durch Heparin wird meist durch Zusatz von Heparin-neutralisierenden Substanzen zum Reagenz abgefangen.

6 Quellen

  1. Thrombophilia due to Antithrombin III deficiency; THPH7

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

18 Wertungen (3.33 ø)

96.969 Aufrufe

Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: