Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Subduralhämatom

(Weitergeleitet von ASDH)

Synonyme: Subduralblutung, subdurales Hämatom
Englisch: subdural h(a)ematoma

1 Definition

Das Subduralhämatom, kurz SDH, ist eine Einblutung in den Subduralraum des Schädels.

2 Einteilung

Unterschieden werden akute und chronische Subduralhämatome:

3 Pathogenese

Quelle der Blutung sind die zwischen der Gehirnoberfläche und den Sinus durae matris vermittelnden Brückenvenen des Gehirns. Die Blutung ist zwischen der Dura mater und der Arachnoidea mater lokalisiert. Akute Subduralhämatome sind in der Regel einseitig, während chronische Subduralhämatome, insbesondere bei gerinnungshemmender Therapie auch multipel (doppelseitig) auftreten. Chronische Hämatome sind organisiert und weisen eine Hämatomkapsel auf.

4 Symptomatik

Bei akuten Subduralhämatomen ist die Symptomatik durch die Auswirkungen des Schädel-Hirn-Traumas geprägt. Die meisten Patienten weisen Bewusstseinsstörungen bishin zur Bewusstlosigkeit auf. Als Zeichen der einblutungs- und hirndruckbedingten Ausfälle können Beuge- und Strecksynergismen bestehen.

Chronische Subduralhämatome werden in der Regel nach einer beträchtlichen Zeit (bis zu einige Monate) symptomatisch. Die Symptome sind dabei meist uncharakteristisch. Beschrieben sind ein Druckgefühl im Kopf, Schwindel, Kopfschmerzen, Verlust bzw. Einschränkung von Orientierung und Konzentrationsfähigkeit. Es können auch fokale Zeichen wie Lähmungen, Sensibilitätsstörungen oder häufig auch epileptische Anfälle auftreten. Besonders bei älteren Patienten kann die Abgrenzung zu einer altersbedingten Demenz schwer fallen.

5 Diagnostik

Bei klinischem Verdacht ist eine CT des Schädels durchzuführen. Ergänzend - vor allem in der subakuten Phase - kann die MRT eingesetzt werden. Das subdurale Hämatom zeigt sich charakteristisch als zum Hirngewebe konkav verlaufende intrakranielle Blutung.

Das akute Subduralhämatom ist dabei hyperdens, das chronische Subduralhämatom zeigt hingegen ein Mischbild aus hypodensen, isodensen und hyperdensen Arealen.

6 Therapie

Das akute Subduralhämatom ist ein absoluter Notfall und stellt eine hoch lebensbedrohliche Situation dar. Es muss daher so schnell wie möglich eine Kraniotomie mit Eröffnung der Dura mater erfolgen, um das Gehirn zu entlasten und eine exzessive Hirndrucksteigerung zu vermeiden.

Chronische Subduralhämatome müssen häufig ebenfalls operiert werden, haben aber ein flexibleres Zeitfenster. Vorgehen der Wahl ist häufig eine Kraniotomie durch Bohrung mit nachfolgender Eröffnung und Absaugung des Hämatoms. Die Hämatomkapsel wird dabei gespült. Für einige Tage nach der OP empfiehlt sich die Einlage einer Drainage. Chronische Subduralhämatome, die keine Beschwerden verursachen, müssen auch nicht behandelt werden.

Bei der Therapie kann eine Anfallsprophylaxe durchgeführt werden (z.B. mit Carbamazepin), um eine bestehende oder entstehende Krampfneigung zu mindern.

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

49 Wertungen (3.29 ø)
Teilen

211.888 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: