Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

ANCA

Abkürzung für: Anti-Neutrophile cytoplasmatische Antikörper, antineutrophile zytoplasmatische Antikörper

1 Definition

ANCA sind Antikörper gegen Zielantigene in neutrophilen Granulozyten. Erhöhte Titer für ANCA sind bei einer Reihe von Autoimmunerkrankungen nachweisbar.

2 Hintergrund

Leukozyten werden im Rahmen eines Infektes durch Zytokine aktiviert, damit eine adäquate und kontrollierte Immunreaktion stattfindet.

Bei Vorliegen von ANCA wird dieser Mechanismus unabhängig von einer Infektion in Kraft gesetzt. Die Autoantikörper binden direkt an zytoplasmatische Antigene neutrophiler Granulozyten und aktivieren diese. In der Folge werden toxische Metabolite und Mediatoren freigesetzt, die einerseits zu direkten Zellschäden, andererseits zu einer überschießenden Aktivierung des Immunsystems führen.

3 Einteilung

Je nach Zielantigen werden verschiedene ANCA-Formen unterschieden:

4 Assoziierte Krankheitsbilder

Charakteristische ANCA-Muster sind bestimmten Erkrankungen zuzuordnen.

4.1 c-ANCA

c-ANCA lassen sich je nach Stadium der Erkrankung in 65-95 % der Fälle bei einer Wegener-Granulomatose nachweisen. In 85 % der Fälle ist die Proteinase 3 das Zielantigen. Weitere, seltenere Ziel-Antigene für ein c-ANCA-Muster finden sich bei einer Reihe von Erkrankungen, unter anderem bei:

4.2 p-ANCA

p-ANCA mit dem Zielantigen treten mit hoher Prävalenz bei drei Erkrankungen auf:

p-ANCA mit anderen Zielantigenen, beispielsweise Lactoferrin, Lysozym und Elastase finden sich mit einer Prävalenz von maximal 50 % bei einer Reihe von Autoimmunerkraniungen:

4.3 a-ANCA

a-ANCA-Muster, unter Umständen vergesellschaftet mit p-ANCA-Mustern finden sich mit einer hohen Prävalenz bei der Colitis ulcerosa und primär sklerosierenden Cholangitis. Zielantigene sind hierbei Cathepsin G und BPI.

Mit einer Prävalenz von maximal 30 % finden sich a-ANCA bei folgenden Erkrankungen:

5 Beurteilung

Der Nachweis von ANCA kann ein hilfreiches Instrument zur Diagnosesicherung einer Autoimmunerkrankung sein. Die ANCA-Titer sollten jedoch immer nur in Zusammenhang mit der Klinik beurteilt werden.

Zur Verlaufskontrolle der Krankheitsaktivität können c-ANCA bei Morbus Wegener und p-ANCA bei der mikroskopischen Polyangiitis verwendet werden. In allen anderen Fällen besteht kein Zusammenhang zwischen der Krankheitsaktivität und dem Titer.

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

24 Wertungen (3.42 ø)
Teilen

156.314 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: