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Antinukleäre Antikörper

(Weitergeleitet von ANA-Antikörper)

Synonyme: Antinukleärer Faktor, ANF, ANA
Englisch: anti-nuclear antibodies

1 Definition

Antinukleäre Antikörper ist ein Gattungsbegriff für Antikörper, die hauptsächlich gegen Bestandteile des Zellkerns gerichtet sind.

2 Hintergrund

Antinukleäre Antikörper sind Autoantikörper, die das Immunsystem gegen Kernbestandteile der eigenen Körperzelle bildet. Die Bezeichnung dieser Gruppe der Autoantikörper als "antinukleär" ist nicht ganz korrekt, da ANA auch gegen zytoplasmatische Strukturen gerichtet sein können. Weshalb das Immunsystem Antikörper gegen eigenen Körperzellen bildet, ist unbekannt und Gegenstand intensiver Forschung. Ein Zusammenhang mit Virusinfektionen wird vermutet, ist aber nicht belegt.

3 Formen

Zu den antinukleären Antikörpern gehören unter anderem:

4 ANA-Muster und mögliche (ENA-)Zielantigene

Fluoreszenzmuster Zielantigen
homogen
  • DNS
  • Histone
gesprenkelt
  • nRNP
  • Sm (Smith)
  • SSA (Ro)
  • SSB (La)
  • Scl70
  • Jo-1
  • PCNA (Cyclin)
nukleolär
  • Scl70
  • Pm-Scl
  • Fibrallin
  • RNS-Polymerase
  • NOR-90
ringförmig Laminin
centromer Zentromerpolypeptide

siehe auch: Immunfluoreszenz

5 Vorkommen

Antinukleäre Antikörper treten bei bestimmten Autoimmunerkrankungen auf und sind hier sowohl für die Diagnosestellung, als auch für die Verlaufsbeurteilung wichtig. Zu diesen Krankheiten zählen:

Doch auch bei einfachen Entzündungen und Erkrankungen wie z.B. der Borreliose und anderen Infektionen mit lymphotropen Erregern (v.a. Epstein-Barr-Virus (EBV), humanes Herpes-Virus 6 (HHV-6) und Cytomegalie-Virus (CMV)) können erhöhte ANA-Titer auftreten (ANA-IFT Normalwert < 1:80, im Blut gemessener Wert). Darüber hinaus können antinukleäre Antikörper auch ohne eine der o.a. Erkrankungen beim älteren Menschen vorkommen. Dies trifft auf etwa 2% der Bevölkerung zu.

6 Quellen & Links

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