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Anaplastische Lymphomkinase

(Weitergeleitet von ALK)

Synonym: ALK
Englisch: anaplastic lymphom kinase

1 Definition

Die anaplastische Lymphomkinase, kurz ALK oder Ki-1, ist ein Protein aus der Gruppe der Rezeptortyrosinkinasen.

2 Struktur

Das Protein hat unmodizifiert eine Molekülmasse von 176 kDa. Es besitzt eine Transmembrandomäne. Die N-terminale extrazelluläre Domäne ist über eine N-Glykosylierung modifiziert. Die intrazelluläre C-terminale Domäne vermittelt die katalytische Aktivität.

3 Funktion

Die Funktion der anaplastischen Lymphomkinase ist nicht abschließend geklärt. Das Protein wird vorwiegend während der Fetal- und Neonatalzeit exprimiert. Später wird es nur in geringer Konzentration produziert. Die Kinase scheint an der Neurogenese und der Funktion des Nervensystems beteiligt zu sein.

4 Genetik

Das Gen, das für ALK codiert, liegt auf Chromosom 2 und ist ein Protoonkogen. Durch verschiedene Mechanismen kann es zu einem Onkogen werden und ist dadurch an der Entwicklung maligner Tumoren beteiligt.

5 Pathologie

Durch balancierte Translokation des Genlokus von Nukleophosmin, der normalerweise auf Chromosom 5 liegt, entsteht ein fusioniertes Gen. Die Expression dieses Gens führt zu einem Fusionsprotein, das auch p80 genannt wird. Dieses Protein kann häufig in Zellen von anaplastischen großzelligen Lymphomen nachgewiesen werden. Ein Fusionsprotein aus ALK und EML4 wurde kommt bei nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen vor. Andere Translokationen oder Modifikation im codierenden Gen für ALK sind beschrieben und wurden zum Beispiel in Zellen aus Neuroblastomen identifiziert.

Der okogenetische Mechanismus der Fusionsproteine beruht vermutlich darauf, dass diese dazu neigen, Dimere zu bilden, ohne dass ein Ligand gebunden ist. Da Rezeptortyrosinkinasen durch Dimerisierung aktiviert werden, vermitteln die Fusionsproteine eine dauerhafte Kinaseaktivität und überstimulierte Signalwege.

Der Nachweis der Veränderungen kann via Polymerase-Kettenreaktion (PCR), Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung oder Immunhistochemie erfolgen. Bei entsprechenden Fällen kann therapeutisch ein Wirkstoff aus der Gruppe der ALK-Inhibitoren zum Einsatz kommen.

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Fachgebiete: Onkologie

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