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Anteriore ischämische Optikusneuropathie

(Weitergeleitet von AION)

Synonyme: Optikomalazie, Augeninfarkt, Apoplexia papillae
Abkürzung: AION
Englisch: anterior ischemic optic neuropathy (AION)

1 Definition

Unter der anterioren ischämischen Optikusneuropathie, kurz AION, versteht man eine akute Durchblutungsstörung des Sehnervenkopfes. In der Regel geschieht dies durch Verlegung oder Blockade eines den Sehnerven versorgenden Blutgefäßes. Folge ist eine Unterversorgung des Sehnervenkopfes mit Sauerstoff und Nährstoffe, wodurch es rasch zum Untergang von funktionellem Nervengewebe kommen kann. Aus diesem Grund stellt die AION einen augenmedizinischen Notfall dar.

2 Pathologie

Die plötzliche Minderdurchblutung des Sehnervenkopfes führt zu einer raschen Verschlechterung des Sehvermögens. Es kommt aufgrund der Unterversorgung des neuronalen Gewebes rasch zu einer mitunter irreversiblen Schädigung der Neurone, ähnlich dem Effekt bei einem ischämischen Schlaganfall. Wird nicht innerhalb von kurzer Zeit eine adäquate Therapie eingeleitet, können dauerhafte Sehminderung und im Extremfall Erblindung die Folge sein, da es sich bei den Nervenzellen um postmitotisches Gewebe handelt, d. h. es werden keine neuen Zellen mehr gebildet.

3 Ursachen

Die häufigste Ursache für eine AION ist eine Embolie, die durch vorheriges Vorhofflimmern oder eine ausgeprägte Endokarditis entstehen kann. Der Thrombus wandert durch die Gefäße bis hin zum Zinn-Haller-Gefäßkranz, wo er eine versorgende Augenarterie verstopfen kann. Auch eine weit fortgeschrittene Arteriosklerose kommt als Ursache für eine AION in Frage. Letztere betrifft v. a. Patienten mit einem Diabetes mellitus. Weitaus seltener führen Entzündungsprozesse zum beschriebenen Krankheitsbild. Insbesondere die Arteriitis temporalis oder eine generalisierte Vaskulitis können zu einer AION führen. Daher unterscheidet man folgende Unterarten:

  • nicht-entzündliche AION
  • entzündliche AION

Extrem selten soll es bei der Einnahme von Viagra zu einer AION gekommen sein.

4 Symptome

Es kommt zu einem plötzlichen, starken Verlust der Sehstärke auf dem betroffenen Auge. Im Extremfall kann der Patient auf dem Auge gar nichts mehr sehen. Die Akkommodation fehlt vollkommen, oder fällt sehr schwach und langsam aus, wenn nur das betroffene Auge beleuchtet wird. Wir das gesunde Auge belichtet, fällt auch die Reaktion des kranken Auges normal aus.

5 Diagnose

Augenmikroskopisch zeigt sich ein abnormal unscharf abgrenzbarer Sehnervenkopf, was auf ein sich parallel entwickelndes Ödem zu schließen ist. Auffallend ist weiterhin die blasse Farbe des Sehnervenkopfes, was auf die aktuell schwache Durchblutung zurückzuführen ist. Im Bereich der Papille sind feine Einblutungen sichtbar. Das Gesichtsfeld ist eingeschränkt. Eine Fluoreszenzangiografie zeigt schließlich die verminderte Durchblutung. Bei v. a. eine entzündliche Ursache muss das verdächtige Gewebe im Sinne einer Biopsie analysiert werden.

6 Therapie

Fachgebiete: Augenheilkunde

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