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ABC Klassifikation der chronischen Gastritis

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Englisch: Classification of Chronic Gastritis


1 Definition

Als Gastritis wird eine Entzündung der Magenschleimhaut bezeichnet. Sie ist chronisch, wenn sich im histologischen Präparat ausschließlich ein lymphoplasmazelluläres Infiltrat finden lässt. Man unterscheidet ätiopathogenetisch folgende Typen (ABC der Gastritis):

Ebenfalls existieren häufig auch Kombinationsformen. (Typ A+ Typ B, Typ B+ Typ C)


2 Typ A Gastritis

Die Typ A Gastritis findet sich meist im Korpus des Magens. Sie kommt häufig bei älteren Frauen vor, und ist mit 2-4% aller Gastritiden äußerst selten. Autoimmunzellen richten sich gegen die Belegzellen im Korpus und führen zu einer Atrophie. Durch eine Störung der Protonenpumpe der Belegzelle kommt es zu Anazidität. Dadurch wird in der Folge die Gastrinfreisetzung aus den G-Zellen erhöht, es kommt zu einer Hyperplasie der G-Zellen und der histaminhaltigen ECL-Zellen. Weiters können nun neuroendokrinen Tumoren (Karzinoide) sowie Karzinomen (in ungefähr 10% der Fälle) entstehen. Durch verminderte Sekretion des Intrinsic Factors (IF) kommt es letztlich zu [[Vitamin B12]] Resorptionsstörungen und nach langjährigem Fortbestehen der Erkrankung zur perniziösen Anämie.


3 Typ B Gastritis

Die Typ B Gastritis ist meist im Antrum und Korpusbereich anzutreffen. Helicobacter pylori (gramnegatives, spiraliges Bakterium) ist verantwortlich für diverse Erosionen und Ulzera, durch die von ihm verursachte Hyperazidität. Die Übertragung von Helicobacter pylori erfolgt meist durch orale Infektion, vor allem im Kindesalter. Helicobacter pylori ist nicht invasiv, die Zerstörung des Foveolarepithels erfolgt lediglich durch seine Ausscheidungsprodukte (Zytotoxine, Proteasen, Katalase, Urease), die eine akut-entzündliche als auch eine chronische immunologische Reaktion verursachen können.


4 Typ C Gastritis

Hier wird die Schleimhaut durch chemisch-toxische Reize geschädigt. Dies kann endogen durch einen vermehrten duodenogastralen Reflux von Galle und Pankreassaft verursacht sein, oder durch eine erhöhte Salzsäureproduktion. Zu den exogenen Ursachen gehören: Medikamente (NSAR, ASS) sowie Alkohol. Bei langfristiger Einnahme von NSAR kann es zu Erosionen, Blutungen und Perforationen kommen.


5 Typ D Gastritis

Die lymphozytäre Gastritis wird meist durch Medikamente (z.B. Ticlopidin) ausgelöst. Eine Assoziation zur Sprue kann vorliegen. Die eosinophile Gastritis ist eine Gastritis unbekannter Ursache. Es wird eine allergische Diathese angenommen. Die kollagene Gastritis ist eine sehr seltene Form der Gastritis, die häufig zusammen mit einer kollagenen Colitis auftritt. Kollagene lagern sich bei dieser Erkrankung bandförmig unter dem Epithel ab. Die Pathogenese ist ebenfalls unklar. Bei der Crohn-Gastritis kommt es zu Veränderungen (herdförmige Drüsendestruktionen) des Korpusbereichs im Rahmen des Morbus Crohn.

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