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Dihydrocodein

(Weitergeleitet von 7,8-Dihydrocodein)

Synonyme: DHC, Dihydrocodeinum, Dehacodin, 7,8-Dihydrocodein u.a.
Handelsnamen: Paracodin®, DHC Mundipharma® u.a.
Englisch: dihydrocodeine

1 Definition

Dihydrocodein ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Opioidanalgetika und kommt zum Stillen von Reizhusten und zur Schmerzlinderung zum Einsatz.

Die analgetische Potenz von Dihydrocodein beträgt 0,2.

2 Chemie

Dihydrocodein ist ein zyklisches, organisches Molekül, dem ein Phenanthren-Gerüst zugrunde liegt. Die Substanz liegt als weißer oder gelblich-weißer, kristalliner Feststoff vor. Die Summenformel lautet C18H23NO3, die Molekülmasse beträgt 301,4 g/mol. Dihydrocodein ist ein halbsynthetischer Abkömmling des Opiumalkaloids Morphin und ein zweifach hydriertes Derivat des Codeins. Die Base ist sehr leicht löslich in Chloroform, leicht löslich in Benzol und Ethanol, löslich in Aceton und Diethylether sowie wenig löslich in Wasser. In den gängigen Fertigarzneimitteln liegt der Wirkstoff als Dihydrocodein[(R,R)-tartrat] (Synonym: Dihydrocodeinhydrogentartrat) vor. Dieses Salz ist im Verhältnis 1:4,5 in Wasser löslich.

3 Darreichungsformen

Das Arzneimittel steht in Form von Kapseln, Tabletten, Retardtabletten oder Tropfen zur Verfügung.

4 Pharmakologie

4.1 Pharmakokinetik

Dihydrocodein wird nach peroraler Applikation rasch enteral resorbiert. Aufgrund eines ausgeprägten First-Pass-Metabolismus ist die systemische Bioverfügbarkeit mit 12 bis 34% relativ gering. Bei retardierten Zubereitungen werden nach der Freigabe einer effektiven Anfangsdosis circa 80% der Wirkstoffmenge über etwa 5 Stunden freigesetzt. Die maximale Plasmakonzentration (cmax) wird 1,6 bis 1,8 Stunden nach Einnahme erreicht. Die cmax beträgt bei Applikation (p.o.) von 30 mg circa 500 ng/ml, bei 60 mg 1500 ng/ml. Dihydrocodein überwindet die Blut-Hirn-Schranke sowie die Plazentaschranke und geht in die Muttermilch über. Die Metabolisierung durch O-Demethylierung erfolgt hepatisch. Ein Teil des Wirkstoffs wird unverändert über den Urin ausgeschieden. Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich vier Stunden.

4.2 Pharmakodynamik

Dihydrocodein bindet an Opioidrezeptoren und wirkt hierdurch so dämpfend auf das Hustenzentrum und auf die Schmerzwahrnehmung. Die antitussive Wirkung setzt 15 bis 30 Minuten nach peroraler Applikation ein.

5 Indikationen

Dihydrocodein wird häufig als Antitussivum zur Therapie des Reizhustens eingesetzt. Darüber hinaus wirkt Dihydrocodein analgetisch und wird bei der Behandlung diverser Schmerzen wie Phantomschmerzen, Gelenkschmerzen, Neuropathien, sowie postoperativen Schmerzen angewendet.

Früher setzte man Dihydrocodein auch zur Drogensubstitution ein, hier ist es aber weitgehend durch Methadon und Buprenorphin verdrängt worden.

6 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

7 Kontraindikationen

8 Rechtsstatus

Dihydrocodein ist in Deutschland als verkehrs- und verordnungsfähiges Betäubungsmittel in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt. Zubereitungen, die einen geringeren Gehalt als 2,5 % oder weniger als 100 mg/ Einheit, berechnet als Base, enthalten, sind zwar verschreibungspflichtig, jedoch von der Verordnungspflicht und Dokumentationspflicht gemäß Betäubungsmittelrecht ausgenommen. Für Verordnungen von Dihydrocodein für betäubungsmittel- und alkoholabhängige Personen ist jedoch ein Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept) notwendig.

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