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Phencyclidin

(Weitergeleitet von 1-(1-Phenylcyclohexyl)piperidin)

Synonyme: 1-(1-Phenylcyclohexyl)piperidin, Sernyl, Agent SN; umgangssprachlich auch: Angel Dust, Londrea, Killerweed, Sherman Hemsley, TAC, Peace Pill
Englisch: phencyclidine

1 Definition

Phencyclidin, auch Phenylcyclohexylpiperidin, kurz PCP, ist ein dissoziatives Halluzinogen aus der Gruppe der NMDA-Antagonisten und ist aufgrund seines niedrigen Preises als Straßendroge verbreitet.

2 Chemie

Die molare Masse von Phencyclidin ist 243,39 g·mol-1, die Summenformel ist C17H25N. Der Siedepunkt wird mit 135 - 137 °C (133,3 Pa) angegeben. Der Schmelzpunkt von Phencyclidin wurde mit 46 - 46,5 °C bestimmt.

PCP ist ein weißes, kristallines Pulver. Es wurde als Anästhetikum entwickelt und ist strukturell mit Ketamin verwandt. Es kann durch eine abgeänderte Form des Scott-Tests nachgewiesen werden.

2.1 Synthese

Als ersten Schritt der Synthese reagieren Cyclohexanon und Piperidin zu einem Enamin. Phencyclidin entsteht dann im zweiten Schritt durch eine Grignard-Reaktion mit Phenylmagnesiumbromid.

3 Pharmakologie

PCP hat ein psychotrope und halluzinogene Wirkung. Dieser Effekt ist auf seine Fähigkeit zurückzuführen, N-Methyl-D-Aspartat-(NMDA)-Rezeptoren zu antagonisieren. Die Wirkung setzt nach 3 bis 5 Minuten ein und hält etwa 4 bis 6 Stunden an, bei bestehendem Abusus auch bis zu 48 Stunden.

3.1 Dosierung

PCP kann peroral, inhalativ oder parenteral gegeben werden. Es kann auch in flüssiger Form unter Tabak gemischt und geraucht werden, sehr selten wird es auch injiziert.

3.2 Nebenwirkungen

Bei der Verwendung von PCP kann zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Bei Einnahme von hohen Dosen besteht die Gefahr von Krampanfällen und Atemlähmung.

Außerdem kann PCP Symptome hervorrufen, die einem schizophrenen Schub ähneln. In höheren Dosen ist PCP neurotoxisch, es kann zu Hirnschädigungen in mehreren Hirnregionen kommen. Bei längerem Missbrauch können die schizophrenieartigen Symptome über mehrere Tage andauern und auch dann auftreten, wenn die Droge nicht konsumiert wurde.

3.3 Wechselwirkungen

Der zusätzliche Konsum von Alkohol verstärkt die Symptome, hinzu kommen Ohnmacht, Atemdepression und Atemstillstand.

3.4 Maßnahmen bei einer akuten Überdosis

Patienten werden aufgrund ihres oft aggressiven Verhaltens oft fixiert und es wird ein Neuroleptikum verabreicht, meist Haloperidol. So werden die Aggressionen und die Halluzinationen gemindert. Anschließend werden die Patienten mit Benzodiazepinen behandelt und meist noch über mehrere Tage überwacht, da es zu sogenannten "Flashbacks" kommen kann.

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