Synonym: Vitamin B6
Englisch: pyridoxine


Pyridoxin ist das zur Gruppe der B-Vitamine gehörige wasserlösliche Vitamin B6. Als Coenzym spielt es eine wichtige Rolle für den Aminosäurestoffwechsel.
Pyridoxin kann chemisch als 3-Hydroxy-5-hydroxymethyl-2-methyl-pyridin bezeichnet werden. Es kommt natürlicherweise als Aldehyd (Pyridoxal) Amin (Pyridoxamin) und als Alkohol (Pyridoxol) vor. Die im Organismus als Coenzym aktive Form des Pyridoxins ist das Pyridoxalphosphat (PALP).
Im Aminosäurestoffwechsel katalysiert Pyridoxin in Form von PALP Eliminierungsreaktionen, Transaminierungen und Decarboxylierungen. Dabei wird als Grundprinzip zwischen der Aldehydgruppe des PALP und der Aminogruppe der jeweiligen Aminosäure eine Schiff'sche Base gebildet. Dadurch werden die Bindungen am α-C-Atom der jeweiligen Aminosäure gelockert.
Pyridoxin ist zudem an der Hämatopoese, Prostaglandinsynthese und der Regulation des Wasserhaushaltes beteiligt.
Pyridoxin kommt in einer Vielzahl von tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Gute Quellen für die Versorgung mit Pyridoxin sind
Allerdings ist zu beachten, dass Pyridoxin durch Kochen und Erhitzen der Nahrung unwirksam wird.
Der Bedarf für Pyridoxin ist an die Menge des Proteinumsatzes gekoppelt. Männer benötigen in der Regel 1,5 mg Pyridoxin/Tag, während Frauen 1,2 mg/Tag mit der Nahrung zu sich nehmen sollten.
Einen erhöhten Bedarf haben Raucher, Alkoholiker, Schwangere, Stillende und mit oralen Kontrazeptiva verhütende Frauen.
Für PALP kann der Serumspiegel bestimmt werden. Der Referenzbereich beträgt 7,5 - 18,5 μg/l.
Der Serumspiegel von PALP kann durch Antiepileptika, Antidepressiva und orale Kontrazeptiva herabgesetzt sein.
Einen indirekten Hinweis auf die Versorgung mit Vitamin K liefert der Quick-Wert. Ein erniedrigter Quick ist jedoch nicht beweisend für einen Mangel und kann auch bei Funktionsverlust der Leber (z.B. bei einer Leberzirrhose) auftreten.
Pyridoxin-Mangelzustände sind unter den Ernährungsgewohnheiten kaum zu befürchten. Sollte er bei unausgewogener Ernährung dennoch eintreten, äußert der Mangel sich in einer Reihe von Erscheinungen:
Eine Pyridoxin-Hypovitaminose in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft (Eklampsie, Gestationsdiabetes). (1 und 2)
Überdosierung von Pyridoxin führt zu Neuritis und erhöhter Photosensibilität. Diese toxischen Effekte treten allerdings erst bei Einnahme von 1000-2000 mg/Tag auf, so dass im Normalfall nicht von einer Toxizität des Pyridoxins gesproichen werden kann.
Zur Behandlung prämenstrueller Beschwerden bei Frauen wird Pyridoxin in Tagesdosen von 50-200mg eingesetzt.
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