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Sichelzellanämie

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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(Weitergeleitet von Sichelzellenanämie)

Synonyme: Sichelzellenanämie, Sichelzellkrankheit, homozygote Sichelzellerkrankung, Drepanozytose
Englisch: sickle cell anaemia

Inhaltsverzeichnis

1. Definition [bearbeiten]

Die Sichelzellanämie ist eine Erbkrankheit, die zu den hämolytischen Anämien bzw. Hämoglobinopathien gehört. Sie wird durch einen genetischen Defekt (Punktmutation) ausgelöst, der zur Bildung von irregulärem Hämoglobin, dem so genannten Sichelzellhämoglobin (HbSS) führt.

2. Genetik [bearbeiten]

Die Sichelzellanämie folgt einem autosomal-rezessiven Erbgang. Es erkranken nur homozygote Merkmalsträger, bei denen das mütterliche und väterliche Gen verändert ist. Heterozygote Merkmalsträger sind weitgehend symptomfrei. Allerdings wird auch bei ihnen unter starkem Sauerstoffmangel, wie zum Beispiel während einer Narkose, die Sichelform der Erythrozyten ausgebildet, so dass es zu einer Beeinträchtigung der Organdurchblutung kommen kann.

3. Epidemiologie [bearbeiten]

Die Sichelzellanämie hat die größte Verbreitung in den Malariagebieten Afrikas und Asiens. In Äquatorialafrika sind 25-40% der Bevölkerung heterozygote Merkmalsträger. Die Häufigkeit des Defekts nimmt mit dem Abstand zum Äquator deutlich ab. Bei der schwarzen Bevölkerung Amerikas liegt die Häufigkeit nur noch zwischen 5 und 10%.

Dieses Phänomen lässt sich dadurch erklären, dass heterozygote Merkmalsträger eine relative Resistenz gegen Malaria besitzen - ein Umstand der in Malariagebieten einen deutlichen Selektionsvorteil darstellt. In gemäßigten Breiten ist der Selektionsvorteil auf Grund der fehlenden Malaria nicht wirksam.

In Deutschland sind jährlich etwa 300 Kinder und Erwachsene von der Sichelzellerkrankung betroffen. Meist handelt es sich um Einwanderer aus Endemiegebieten.

4. Klinik [bearbeiten]

Infolge der hämolytischen Anämie sind Hb und Hämatokrit deutlich erniedrigt. Die Retikulozyten sind erhöht. Der definitive Nachweis einer Sichelzellanämie erfolgt durch Hb-Elektrophorese.

Das akute Krankheitsgeschehen der Sichelzellanämie findet während einer sogenannten Sichelzellkrise statt. Auslöser einer Sichelzellkrise sind beispielsweise:

Die Mikrozirkulation wird eingeschränkt und Organschädigungen resultieren. Nach längerer Krankheitsdauer können sich bedrohliche Komplikationen entwickeln, darunter Infarkte von Organen (z.B. Milz, Lunge).

Zu beachten ist, dass die Sichelzellanämie sich erst ab dem 6. Lebensmonat manifestiert. Zuvor ist fetales Hämoglobin (HbF) in den Erythrozyten enthalten.

5. Therapie [bearbeiten]

Zur Zeit (2005) gibt es keine kausale Therapie, die den Gendefekt zu beseitigt. Eine zukünftige Therapiemöglichkeit stellt die Gentherapie dar. In Tierexperimenten ist es bereits gelungen, reguläre Gene mittels Retroviren in Stammzellen des Knochenmarks einzuschleusen, und damit die Auswirkungen des Gendefekts zu kompensieren.

Die therapeutischen Maßnahmen, die bei Sichelzellanämie ergriffen werden, sind abhängig von der Schwere des Krankheitsverlaufs. Sie umfassen unter anderem:

Der splenektomierte Patient ist auf eine erhöhte Infektanfälligkeit hinzuweisen. Eine Impfung gegen Streptococcus pneumoniae ist anzustreben.

6. Weblinks [bearbeiten]

Behandlungsleitfaden für Ärzte
Artikel zum Thema "Gentherapie bei Sichelzellenanämie"

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