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Nach Henry T. Lynch (geb. 1928), amerikanischer Chirurg
Synonyme: Hereditäres nichtpolypöses kolorektales Karzinom, familiäres Krebssyndrom
Abkürzung: HNPCC, CFS
Englisch: hereditary non-polyposis colorectal cancer, cancer family syndrome


Das Lynch-Syndrom ist eine autosomal-dominante Erkrankung, die mit frühzeitig auftretenden, kolorektalen Karzinomen und gegebenenfalls weiteren Tumorerkrankungen einhergeht.
Das Lynch-Syndrom ist mit einem Anteil von etwa 5 % aller Darmkrebserkrankungen die häufigste genetische Tumorerkrankung des Colon. Es betrifft Männer und Frauen zu etwa gleichen Anteilen. In Deutschland werden jährlich etwa 2000 Neuerkrankungen diagnostiziert.
Die Penetranz des Lynch-Syndroms wird mit etwa 80 % angegeben, das heißt, 20 % der Träger des Gendefekts bleiben gesund, geben die Mutation aber an die Nachkommenschaft weiter.
Das Lynch-Syndrom ist auf molekularbiologischer Ebene durch einen Defekt der Basenmismatch-Reparatur gekennzeichnet. Dieser Reparaturmechanismus sorgt dafür, das bei Fehlpaarungen von Nukleinbasen die falsche Base aus dem nicht methylierten Tochterstrang ausgeschnitten und ersetzt wird. In diesen Mechanismus sind eine Reihe von Proteinen involviert, die als Tumorsuppressorgene fungieren.
Beim Lynch-Syndrom können alle Gene, die für Reparaturproteine codieren, mutiert sein. Ganz überwiegend sind die Gene msh2 und mlh1 betroffen. Mutationen in weiteren Genen (pms1, pms2, msh6) sind in Einzelfällen beschrieben.
Durch fehlende Reparatur von Basenfehlpaarungen kommt es zur Anhäufung von Mutationen mit der Folge der Entstehung eines Tumorzellklons.
Die Diagnose eines Lynch-Syndroms erfolgt vorwiegend aufgrund der klinischen Befunde. Erst beim Verdacht auf eine erbliche Tumorerkrankung können molekularbiologische und humangenetische Untersuchungen zur sicheren Klärung der Diagnose angeordnet werden.
Die klinische Diagnose erfolgt aufgrund der sogenannten Amsterdam-Kriterien:
Im Gegensatz zu anderen erblichen Darmkrebserkrankungen ensteht das Lynch-Syndrom nicht auf dem Boden von Adenomen (Adenom-Karzinom-Sequenz). Deswegen sollten in regelmäßigen Abständen Coloskopien durchgeführt werden. Da beim Lynch-Syndrom auch gelegentlich Tumoren des Urogenitalsystems (Endometriumkarzinome, Ovarialkarzinome, Blasenkarzinome und andere Tumoren) auftreten, sind auch Tumoruntersuchungen von Genitalorganen und Harnwegen angezeigt.
Die Therapie besteht in der frühzeitigen kompletten chirurgischen Tumorentfernung mit regelmäßiger Tumornachsorge. Bei ausgedehnten Tumorleiden wird zusätzlich eine Chemotherapie angeschlossen.


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