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Synonym: Tripper, Gonorrhoea
Englisch: gonorrhea


Die Gonorrhö ist eine durch Infektion mit Neisseria gonorrhoeae hervorgerufene sexuell übertragbare Erkrankung (STD). Der Erreger wurde 1879 von Albert Neisser entdeckt.
Neisseria gonorrhoeae ist ein gramnegatives diplokokkenförmiges Bakterium. Bei Infektion siedelt sich der Erreger in den Schleimhäuten an. Mögliche Eintrittspforten sind daher neben den Geschlechtsorganen (v.a. Urethra, Cervix uteri) auch der Pharynx, das Rektum und die Konjunktiva. Der Mensch ist der einzige Wirt für Neisseria gonorrhoeae. Die Inkubationszeit beträgt 3-10 Tage.
Der Erreger der Gonorrhö ist gegenüber äußeren Einflüssen sehr empfindlich. Eine Möglichkeit der Infektion ist daher nur bei ungeschütztem Schleimhautkontakt, hauptsächlich in Form von Geschlechtsverkehr möglich.
Bei Kontakt erregerhaltiger Substanzen mit der intakten Haut ist in der Regel keine Infektion zu befürchten.
Die Gonorrhö war bis zur Einführung der Antibiotika in die Therapie eine gefürchtete Geschlechtskrankheit. Die Inzidenz der Gonorrhö nahm in den fünfziger Jahren deutlich ab.
Durch Nachlässigkeiten (ungeschützter Geschlechtsverkehr jeglicher Art, Mitinfektion von Partnern bei Untreue in der Beziehung) bleibt die Gonorrhö jedoch eine stets in differentialdiagnostische Überlegungen einzubeziehende Erkrankung.
Die Gonorrhö manifestiert sich bei Mann und Frau unterschiedlich. Je nach Eintrittspforte kann es zunächst auch zu Affektionen in atypischer Lokalisation (z.B. Pharyngitis) kommen.
Beim Mann äußert sich die Gonorrhö zunächst in Form einer Urethritis. Die Urethritis äüßert sich durch den Ausfluss von gelb-grünlichem Eiter (oft morgens als sog. "Bonjour-Tröpfchen"). Die Öffnung der Urethra ist meistens gerötet, die Miktion schmerzhaft (Dysurie, Algurie).
Bei Aufsteigen des Erregers durch der Urethra kann es zur entzündlichen Beteiligung des Epididymis und der Prostata kommen. Ein in diesem Rahmen entstehender Verschluss der Samenkanälchen des Nebenhodens kann eine Infertilität bedingen.
Ein asymptomatischer Verlauf findet sich bei ca. einem Fünftel der betroffenen Männer.
Bei der Frau ist ein zunächst asymptomatischer Verlauf der Gonorrhö üblich (bis zu 70 % der Fälle). Die zunächst entstehende Urethritis und Cervicitis mit Dysurie wird von betroffenen Patienten häufig als banale Beschwerde fehlgedeutet.
Im weiteren Verlauf kommt es dann in ca. einem Viertel der Fälle allerdings zur aufsteigenden Infektion mit entzündlicher Beteiligung der inneren Geschlechtsorgane (Salpingitis, Oophoritis, Endometritis) und des Peritoneums. Folge ist häufig eine Tubensterilität.
Eine Vaginitis ist im Rahmen der Gonorrhö bei der erwachsenen Frau nicht möglich, da das vaginale Epithel nicht durch den Erreger durchdrungen wird.
Während des Durchtritts durch den Geburtskanal kann sich das Neugeborene bei der Mutter infizieren, wenn diese an einer Gonorrhö leidet. Häufig sind auch Chlamydien beteiligt. Die Infektion äußert sich dann als Gonokokken-Konjunktivitis (Gonoblenorrhö). Bei Neugeborenen wird deshalb bei Bedarf eine Credé-Prophylaxe durchgeführt.
Durch Infektionen im Rahmen von Oral- und Analverkehr entsteht eine Pharyngitis bzw. Proktitis.
Eine hämatogene Aussaat der Erreger ist bei der Gonorrhö unüblich (1% der Fälle). Prädisponierende Faktoren sind dabei die Infektion mit bestimmten Stämmen von N. gonorrhoeae und Immundefekte.
Symptome einer generalisierten Infektion sind:
Wegweisend ist der direkte lichtmikroskopische Nachweis des Erregers. Dazu wird das Sekret der Urethra bzw. der Zervix auf einem Objektträger ausgestrichen, hitzefixiert und mit der Gram-Färbung oder Methylenblau angefärbt.
Unter dem Lichtmikroskop sind dann zwischen Granulozyten gelegene Diplokokken zu erkennen.
Zur Sicherung der Diagnose sollte ein Abstrich entnommen und der mikrobiologischen Diagnostik (Anzucht in Kultur) zugeführt werden.
Eine Gonorrhö tritt häufig zusammen mit einer genitalen Chlamydieninfektion auf. Diese sollte daher im Rahmen der Diagnostik immer ausgeschlossen werden.
Der Patient sollte auf die Möglichkeit einer gleichzeitig zugezogenen Syphilis und/oder HIV-Infektion hingewiesen werden.
Bei einem Verlauf ohne Komplikationen ist die orale Gabe von Ciprofloxacin (Chinolon) oder Spectinomycin (Aminoglykosid) über einen ausreichend langen Zeitraum wirksam. Bei Problemen bezüglich der Compliance ist eine parenterale Therapie mit Ceftriaxon (Cephalosporin) zu empfehlen.
Die Gabe von Penicillin G bzw. Penicillin V ist nicht zu empfehlen, da insbesondere in Großstädten (z.B. London) viele Antibiotikaresistenzen bestehen.
Komplizierte Verläufe erfordern die parenterale Gabe von möglichst breit wirksamen Antibiotika, die möglichst auch gegen Chlamydien wirken (z.B. Chinolone).




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