von griechisch: kolla - Leim
Synonym: Kollagen
Englisch: collagen


Die Familie der Collagene stellt eine heterogene Gruppe von Proteinen dar, die etwa ein Viertel der Gesamtproteinmenge im menschlichen Organismus ausmachen. Collagen ist der wichtigste Faserbestandteil von Haut, Knochen, Sehnen, Knorpel, Blutgefäßen und Zähnen. Bisher konnten 25 Kollagenpolypeptide beschrieben werden, die über 28 unterschiedliche Kollagentypen in der extrazellulären Matrix aufbauen.
Collagenmoleküle weisen einen hohen Anteil an Prolin und Glycin auf, daneben eine Reihe hydroxylierter Aminosäuren wie Hydroxyprolin und Hydroxylysin, die eine Quervernetzung der Proteine und die Ausbildung eines stabilen Collagenmatrix ermöglichen.
Collagenfasern bestehen aus drei α-helikalen Proteinketten, von denen jeweils drei Moleküle sich in Form einer Superhelix bzw. Tripelhelix umeinander winden und auf diese Weise Fasern ausbilden. Jede Collagen-Helix kann - in Abhängigkeit von ihrem genauen Typ - aus mehreren Hundert bis mehreren Tausend Aminosäuren aufgebaut sein.
Collagen findet sich im Organismus vor allem in Bindegewebe, wo es je nach Beschaffenheit den Großteil der extrazellulären Matrix ausmachen kann. Die unterschiedliche Beschaffenheit der verschiedenen Kollagenklassen liegt einer Vielzahl von Eigenschaften des Binde- und Stützgewebes zugrunde. Die Reißfestigkeit von Bändern und Sehnen, die Flexibilität von Knochen oder die Druckresistenz der Gelenkknorpel ist großenteils durch das im Gewebe vorherrschende Collagen bedingt.
Die Synthese von Collagen ist Ascorbinsäure-abhängig. Ein Mangel an Vitamin C ruft das Krankheitsbild des Skorbut hervor. Eine Vielzahl genetischer Erkrankungen beruhen auf Defekten des Kollagens oder damit assoziierter Proteine (beispielsweise Ehlers-Danlos-Syndrom, Osteogenesis imperfecta, Stickler-Syndrom, Alport-Syndrom).
Bisher sind eine Reihe von Collagentypen entdeckt worden, deren Funktion jedoch teilweise noch ungeklärt ist.
Aus durch Säure oder Hitze denaturiertem, tierischen Collagen wurde in der Vergangenheit "Knochenleim" hergestellt. Heute werden aus Collagenfasern resorbierbare Nahtmaterialien und Hauttransplantate synthetisiert.
In der kosmetischen Chirurgie wurde Collagen als Injektionsmaterial zur Formung äußerer Strukturen des Körpers (beispielsweise Lippen) und zur Faltenunterspritzung verwendet.




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